Danke

Publiziert in 41 / 2019 - Erschienen am 26. November 2019

Es kann ein kurzes Nicken mit dem Kopf sein, ein Wort, eine Umarmung oder auch nur ein Blick. Die Arten, wie Menschen einander Anerkennung zollen, sind vielfältig. Ausdrücken wollen sie alle dasselbe: Danke. Oft gehört hat man dieses Wort beim tagelangen Schnee- und Regenchaos Mitte November. Zu Recht, denn es ist nicht selbstverständlich, dass Tausende von Freiwilligen Tag und Nacht im Einsatz stehen, um ihre Mitmenschen zu schützen, aus Gefahrensituationen zu befreien und ihnen ein Weiterkommen auf den Straßen zu garantieren. Wenn es vom Herzen kommt, wiegt ein Wort des Dankes in diesen Fällen mehr als Gold und Geld. Apropos Geld: fließt solches irgendwo in öffentliche Infrastrukturen, wird bei offiziellen Eröffnungen natürlich ausgiebig gedankt: man dankt dem Land für den Beitrag, der EU für den Zuschuss, dem Staat für die Förderung, der Gemeinde für die Übernahme der Restkosten. Hand in Hand damit wird auch den Vertretern der öffentlichen Geldgeber gedankt, die sich dann wiederum gegenseitig danken. Dass es am Ende immer der Steuerzahler ist, dem eigentlich der größte Dank zustünde, geht nicht selten unter. Natürlich darf und soll man auch jenen danken, die darüber entscheiden, wann, wo und wie Steuergeld investiert wird. Einen besonderen Dank verdienen sie sich, wenn sie ihre Arbeit, die übrigens ebenfalls mit Steuergeld bezahlt wird, gut machen.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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