Das Datenschutz-Dilemma

Publiziert in 5 / 2019 - Erschienen am 12. Februar 2019

Es ist ja bequem. Zugegebenermaßen einfach ideal. Im Internet ist man vielfach nur mehr mit Werbung konfrontiert, die einen auch wirklich interessiert. Ob nicht wieder mal eine Reise nach XY interessant wäre, fragt mich ein „Pop-Up“, eine sogenannte Einblendung auf einer x-beliebigen Seite. Oha, woher die aber auch weiß, dass ich schon mal dort war… Klicke ich mich weiter durchs Internet, sind Amazon-Einblendungen ein treuer Begleiter. Hier der ideale Zusatz für meine eben erst bestellte Kaffeemaschine, dort die neuesten Sportevents – über die ich mich rein zufällig einige Tage davor interessiert habe. Und habe ich mal mein Handy nicht gleich zur Hand und brauche dennoch eine Nummer: Kein Problem, Google sei Dank. Name eingeben, oder einfach 2,3 Klicks und siehe da, Nummer, Mail-Adresse und je nach Bedarf Funktion, Beruf und weitere Infos des Freundes sehe ich vor mir online. Und natürlich der Kalender, heutzutage immer und überall zugänglich, eine Online-Verbindung reicht, der Synchronisierung sei Dank. Bemerkenswert, wie einfach und konstant Daten gesammelt werden. Ungewiss, was mit diesen dann sonst noch so alles angestellt wird. Szenarien, die George Orwell nicht besser schreiben hätte können. Freilich, für unsere Daten zuständig sind wir in erster Linie selbst. Man willigt ein, hakt die Datenschutz-Erklärungen schnell ab und ist somit meist in Eigenregie für die persönlichen Daten verantwortlich, danach jammern hilft wenig. Bedenklich ist es dennoch – oder gerade deshalb.

Michael Andres
Michael Andres

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