Der Wahl- und Zahltag naht
Publiziert in 18 / 2010 - Erschienen am 12. Mai 2010
Vor 5 Jahren kamen im Vinschgau 4 neue Bürgermeister ans Ruder. In Schluderns, Prad und Naturns waren die Vorgänger von Erwin Wegmann, Hubert Pinggera und Andreas Heidegger nicht mehr angetreten. In Latsch hingegen wurde Markus Pircher abgewählt. Auf ihn folgte Karl Weiss.
Im Vergleich zu 2005 wird heuer ein viel gewaltigerer „Polit-Rumpler“ durch das Tal fegen, und zwar von Graun bis Partschins. Da ist zum einen die Mandatsbeschränkung, aufgrund derer etliche Bürgermeister nicht mehr dürfen, und zum anderen gibt es auch einige, die ohnehin nicht mehr angetreten wären. Wie dem auch sei. In 7 Gemeinden (Graun, Kastelbell-Tschars, Martell, Partschins, Schlanders, Schnals und Stilfs) wird es ab dem 17. Mai zwangsläufig neue Bürgermeister geben, in etlichen weiteren treten zwar amtierende „Dorfkaiser“ erneut an, haben es aber zum Teil mit starken Mitbewerben bzw. Gegenkandidaten aus den eigenen Reihen zu tun. Nicht zu vergessen ist außerdem, dass die Plauser und Malser bereits seit Mai 2009 mit Jürgen Klotz und Ulrich Veith neue Bürgermeister haben.
Wenn man von Bürgermeistern spricht, fällt einem gar nicht ein, sie einer Partei zuzuordnen. Es ist schon lange - vielleicht zu lange - „ganz normal“, dass sie der SVP angehören. Auf keine Opposition stößt die SVP übrigens in Martell und Schnals. Die einzige Gemeinde mit nur einem BM-Kandidaten (SVP) ist die Stadt Glurns. In Naturns gibt es zwar mehrere, aber nur einen der SVP.
Auch auf eine Frau als Bürgermeisterin wird das Tal weiterhin warten müssen. Bleibt zu hoffen, dass die Frauen zumindest in den neuen Gemeinderäten und dann vor allem auch in den Ausschüssen gebührend Einzug finden. Ohne das Mitdenken und Mitgestalten von Frauen am „Zündschloss“ der Politik verkümmert nicht nur diese, sondern die Gesellschaft insgesamt.
Wenn auch nur ein kleiner Teil von dem wahr wird, was uns derzeit alle möglichen Listen und Kandidaten versprechen, leben wir ab dem 17. Mai im Paradies. Zur Wahl hingehen sollten wir auf jeden Fall, denn wenn wir zu Hause bleiben, geschieht genau das, was wir fürchten, nämlich „dass sie sowieso tun was sie wollen.“ Sepp Laner (redaktion@dervinschger.it)
Josef Laner