Die Waffe 

Publiziert in 12 / 2019 - Erschienen am 2. April 2019

Früher war es ein Stein, ein Knochen, ein Stück Holz, ein spitzer Gegenstand. Dann kamen Pfeil und Bogen, die Steinschleuder, das Messer, der Degen, die Armbrust, das Schießpulver und mit ihm die Feuerwaffe. Neben dem „Feuerwasser“ wohl die schlimmste Erfindung des Menschen. Mittlerweile hat die Waffentechnik gewaltige Entwicklungen hinter sich. Ein Ende ist nicht abzusehen. Als Selbstschutz vor einem Missbrauch von Waffen gilt in den meisten Staaten das staatliche Gewaltmonopol. Demnach steht es ausschließlich staatlichen Organen zu, physische Gewalt auszuüben oder zu legitimieren. Auch die Bürger können zum Tragen und Benutzen von Waffen berechtigt werden. Etwa in Fällen von Notwehr als Verteidigung gegen einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff auf sich, auf andere oder auf Besitztümer. Bei dieser Art von Legitimation gehen viele Staaten immer weniger restriktiv vor. Als jüngstes Beispiel kann die nunmehr beschlossene, umstrittene Reform des Notwehr-Gesetzes in Italien genannt werden. Es wird de facto „leichter“, zum Beispiel auf Eindringliche zu schießen. Laut dem Gesetz wird es künftig „immer“ verhältnisgemäß sein, sich in seinem Haus oder in seinem Geschäft mit einer Waffe gegen Eindringlinge zu verteidigen. Ob diese Lockerung der Bestimmungen tatsächlich zum gewünschten Erfolg führt, darf bezweifelt werden. Wer sich daran mit Sicherheit erfreut, ist die Waffenindustrie.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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