Duell der „Gigger“

Publiziert in 34 / 2020 - Erschienen am 6. Oktober 2020

Es war der MGV Schlanders, der bei einer Faschingsrevue enthüllte, dass der US-Präsident Donald Trump vom Trumsberg stamme und daher ein Vinschger sei. Nach allem, was Trump seit dem Jänner 2017 getan hat, müsste ihm der MGV diese „noble Herkunft“ aberkennen. Vieles, was Trump allein über Twitter verbreitete, glich einer Faschingsrevue, war aber leider kein Spaß. Oft holte er zum Beispiel gegen China aus. China habe das Covid-19-Virus entfesselt und die ganze Welt verseucht. Wäre die Lage nicht bitter ernst und würde er nicht auf einem der weltweit einflussreichsten Polit-Stühlen sitzen, wäre Trump eine super Lachnummer. Erneut bewiesen hat er das beim ersten TV-Duell mit Joe Biden, der am 3. November für die Demokraten in die Wahl zieht. Das fast 90-minütige Duell war zum Großteil eine persönliche Schlammschlacht tiefster Schublade. Die Duellanten beschimpften einander, machten sich Vorwürfe und boten der Welt ein unwürdiges Schauspiel. Wären sie mit Pfeil und Bogen ausgerüstet gewesen, hätten die alten Kindsköpfe wahrscheinlich aufeinander geschossen. Wer sich eine seriöse Diskussion über Inhalte erwartet hatte, etwa über den Klimawandel, die Covid-19-Pandemie, den Rassismus oder den Weltfrieden, wurde enttäuscht. Die Hoffnung, dass sich das Niveau bei den nächsten Duellen am 15. und 22. Oktober ändert, ist gering. Es sei denn, man ändert die Regeln und lässt die zwei „Gigger“ nicht mehr frei aufeinander einhacken.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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