Eine Stunde im Fach Glück

Publiziert in 24 / 2018 - Erschienen am 10. Juli 2018

Es kommt immer wieder vor, dass Südtirol in staatlichen und auch europäischen Rankings weit vorne zu finden ist, zum Teil sogar auf Platz eins. Für wirtschaftliche Barometer wie etwa das Pro-Kopf-Einkommen oder die touristische Entwicklung gilt das ebenso wie für viele andere Bereiche. Es ist vor allem der Fleiß der Menschen, der das kleine Land in den Bergen nach vorne gebracht hat. Nicht weniger wichtig sind aber auch die Natur und die Landschaft, in der die Südtiroler „werkeln“. Nicht umsonst fällt hierzu immer wieder das Wort Schatz. Niemandem sei daran gelegen, diesen Schatz zu zerstören, zu verprassen. Man sägt nicht auf dem Ast, auf dem man sitzt. Oder doch? Manchmal scheinen das „Gewusere“ und das Immer-Mehr etwas Überhand zu nehmen. Wir tun uns schwer, zu sagen: jetzt ist genug. Andererseits sind mittlerweile landauf landab immer mehr - wenn auch zögerliche - Ansätze zu beobachten, die nicht auf ein Immer-Mehr abzielen, sondern zeigen, dass es Grenzen gibt. Werden solche verkannt, läuft der genannte Schatz Gefahr, unter die Räder zu kommen. Und ist er einmal verschmaust, kommt er nie wieder. Die kommenden Generationen werden nicht mehr von ihm leben können. Soviel zur Nachhaltigkeit. Gibt es eine solche auch im Bereich der Seele? Nicht schaden könnte vielleicht das neue Unterrichtsfach, das der Dalai Lama kürzlich vorgestellt hat. In der Hauptstadtregion Delhi gibt es jetzt täglich eine Stunde Unterricht im Fach Glück. 

redaktion@dervinschger.it

Josef Laner
Josef Laner

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.