Hey Joe!

Publiziert in 39-40 / 2020 - Erschienen am 12. November 2020

Bei uns war es kurz nach 17 Uhr, als am 7. November bekannt wurde, dass Joseph „Joe“ Biden die Wahlen in den USA gewonnen hat. Die Botschaft raste wie ein Laserstrahl rund um die Erde. In New York wurde zu dieser Zeit das Mittagessen zubereitet, in China waren die meisten noch im Bett und bei uns war „Marend-Zeit“. Aber warum kratzt es einen Fischer in Kanada, einen Studenten in London, einen Ureinwohner im Amazonas, einen Tuareg in Afrika, einen Migranten aus Pakistan oder einen Viehbauer in Südtirol, wer US-Präsident wird? Was viele Millionen von US-Bürgern und Nicht-US-Bürgern, denen die Abwahl von Trump ein Aufatmen in die corona-maskierten Gesichter gezaubert hat, vereint, ist ganz einfach die Hoffnung auf eine bessere und gerechtere Welt. Trotz aller Wahlsystem-Mängel und trotz aller Arroganz, Macht und Finanzkraft der Trump-Maschinerie ist es den demokratischen Kräften gelungen, den „Onkel Donald“ demokratisch in die Wüste zu schicken. Was Trump derzeit noch unternimmt, ist nur mehr ein „Ausgeistern.“ Automatisch besser wird die Welt jetzt freilich nicht. Aber die Lunte dafür ist gezündet. Die Erwartungen an Joe und seine Vizepräsidentin Kamala sind groß. Der Rest der Welt erwartet sich vor allem weniger „America First“ und mehr Solidarität. „Hausintern“ wird sich Joe zunächst darum kümmern müssen, das amerikanische Volk zu einen und Trumps Corona-Strategie um 180 Grad zu drehen. Extern wird u.a. eine ebensolche Wende in Sachen Klimaschutz erwartet.

redaktion@dervinschger.it

Josef Laner
Josef Laner

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