Homo „nagens“

Publiziert in 27 / 2018 - Erschienen am 1. August 2018

Nicht alles, was über den Fernseher auf den Diwan schwappt, ist wirklich ernst zu nehmen. Vielleicht ist der Mensch gerade deshalb mit der Fähigkeit des Lachens ausgestattet. Wenig zum Lachen gibt es für den Homo ridens allerdings, wenn er sich vor Augen führt, welche Folgen die Erd-Erwämung haben wird, an der er als Homo laborans und Homo oeconomicus mitarbeitet. Wir müssen nicht auf die andere Seite der Ozeane wechseln oder vom Nord- zum Südpol. Es genügt ein Blick auf unser Tal. Ganz so unwahrscheinlich, dass man in Zukunft am Reschen Äpfel pflücken und auf der Franzenshöhe Trauben ernten wird, ist es nicht. Und irgendwann wird man den Kindern erzählen, dass es dort oben, wo die nackten Felsen am höchsten sind, einst nur Gletscher gab. Wer im Haupttal und in Seitentälern seinen Blick etwas nach oben richtet, kann beobachten, dass der Mensch immer öfter in die Höhe wirtschaftet und den Wald von unten her schert. Hier sind es Apfelbäume, dort Reben, da Grünwiesen. Es ist auch anzunehmen, dass sich der Homo „nagens“ in Zukunft immer weiter nach oben nagt. Aber weil jetzt Sommer ist und viele Leute Ferien machen, wollen wir nicht vergessen, dass der Mensch auch ein Homo ludens ist und ein Homo gaudens. Für Spiel und Freude sind Ferien wie geschaffen. Auch das der Vinschger-Team legt jetzt eine Sommerpause ein. Wir wünschen allen Lesern/innen und Kunden eine schöne Zeit. Unsere erste Ausgabe nach der Pause erscheint am 29. August.

redaktion@dervinschger.it

Josef Laner
Josef Laner

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