In besonderer Weise

Publiziert in 10 / 2022 - Erschienen am 24. Mai 2022

Gedankt wird oft und viel. Bei Versammlungen, Jubiläen, Ehrungen und Ansprachen. Meistens wird allen gedankt, die in irgendeiner Form zu irgendetwas beigetragen haben. Finanziell oder moralisch. Es gibt aber fast immer auch Personen, an die ein besonderer oder ganz besonderer Dank gerichtet wird. Die Angst, Personen zu vergessen, denen Dank gebührt, ist nicht selten groß. Um der Vergesslichkeit ein Schnäppchen zu schlagen, greifen Politiker und Festredner nicht ungern in die Trickkiste: „Besonders danken möchte ich auch all jenen, die ich jetzt vergessen habe.“ Ein Lacher aus dem Publikum ist ihnen zwar sicher, aber die „Vergessenen“ kommen mitunter ins Schlucken, auch wenn ihre Mundwinkel mechanisch leicht nach oben gehen. Mit dem Danken in der Öffentlichkeit ist es so eine Sache. Beim wem fängt man an und bei wem hört man auf? Die Gefahr, jemanden auszulassen, ist immer da. Nicht nur bei Dankenden, die von außen kommen, ortsfremd sind und viele Leute nicht kennen, sondern auch bei „eingeborenen“ Rednern. In solchen Fällen kann ein Auslassen noch mehr schmerzen, auch wenn es nicht gewollt ist. Schlägt sich der „Lapsus“ dann auch noch in Medienberichten nieder, wiegt das Ganze mitunter doppelt schwer. Vieles hängt vom Charakter der Personen ab, denen Dank gebührt. Ein besonderer Dank geht daher an dieser Stelle an all jene, deren Mundwinkel herzhaft nach oben gehen, auch wenn sie einmal irgendwo „vergessen“ wurden. redaktion@dervinschger.it

Josef Laner
Josef Laner

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