Neubeginn

Publiziert in 14/15 / 2020 - Erschienen am 21. April 2020

„Restart Südtirol“ heißt die Initiative, mit der die Wirtschaft nach der Corona-Krise neu angekurbelt werden soll. Gänzlich „abgestorben“ ist die Wirtschaft zwar nicht, aber zu erheblichen „Motorschäden“ ist es zweifelsohne gekommen. Um den Motor wieder zum Laufen zu bringen, muss er in die Werkstatt. In eine gute Werkstatt mit guten Mechanikern. Nur mit einem Ölwechsel und neuen Reifen ist es dieses Mal nicht getan. Der Motor braucht eine gründliche Revision. Er ist neu zu wickeln, damit er die Kurven und Steigungen, die auf ihn warten, bewältigen kann. Der neue Motor darf nicht so ausgestattet werden, dass er das Auto in Nullkommanichts auf 100 km/h bringt, sondern dass er ruhig und beständig läuft. Ein bisschen wie ein Diesel. Besser etwas langsamer, dafür aber widerstandsfähig, sicher und verlässlich. Es sind auch Mechanismen einzubauen, die einem weiteren Motorschaden vorbeugen. Vielleicht sollte man auch ein Tempolimit installieren und die Straße, auf dem das neue „Auto“ fährt, mit Leitplanken ausstatten und sie vor Einflüssen von außen schützen. Ideal wäre auch eine eigene Tankstelle, damit man weniger abhängig ist. Dann gibt es auch weniger Stress. Es ist besser, etwas gemütlich zu fahren und sicher ans Ziel zu kommen, als ein paar Minuten zu sparen und auf die nächste Corona-Mauer zu preschen. Und noch etwas: die Rechnung der Werkstatt wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Bezahlen müssen wir sie alle gemeinsam.

Josef Laner
Josef Laner

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