Nicht krank, aber auch nicht topfit 

Publiziert in 2 / 2020 - Erschienen am 21. Januar 2020

Wenn man krank ist, möchte man gesund werden. Um uns bei Krankheiten, von leichten bis chronischen und schweren zu unterstützen, sind unter anderem Ärzte und Pfleger da. Kann der Prozess des Gesundwerdens jedoch gelingen, wenn sich viele Fachkräfte mit einem „kranken System“ herumschlagen müssen? Darüber wurde bei einer Podiumsdiskussion in Schlanders diskutiert (siehe Seite 6-7). Der Tenor: Krank sei das System nicht, aber Verbesserungen seien dringend notwendig. Die Bürokratie und gewisse Umstrukturierungen machen es vielen Fachkräften nicht leicht. Hinzu kommen Fehler, die in den vergangenen Jahren im Sanitätswesen gemacht wurden. Mittlerweile scheint das Gesundheitssystem wieder auf dem Weg der Besserung zu sein. Aber: Es gibt noch viel zu tun. Die fehlende Zweisprachigkeit italienischer Ärzte ist dabei ein Fakt, vor allem wenn man nach Bozen blickt. 
Man darf populistische Aktionen der Opposition kritisieren. Die grundlegende Thematik aber, dass es für eine optimale Behandlung durchaus vorteilhaft ist, wenn sich Arzt und Patient sprachlich verstehen, ist nicht von der Hand zu weisen. Das sagen auch Ärzte selbst. Freilich, besser ein Arzt, der die eigene Sprache nicht spricht, als gar kein Arzt. Nur: Wer so denkt, hat vielleicht ein „gesundes System“, aber bei weitem kein topfittes, das sich mit den Besten Europas messen kann. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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