Nichts

Publiziert in 34 / 2018 - Erschienen am 9. Oktober 2018

Einstein, Goethe, Sokrates. Alles große Geister, von denen wir noch immer zehren. Und die man gerne zitiert. Politiker tun das, aber auch Prediger, Lehrer und andere. Manchmal wohl auch deshalb, um selbst einen kleinen Strahl von der ungeheuren Leuchtkraft mancher Aussagen abzubekommen. „Und er hat nur ein Ding auf Erden wahrhaft als den Widergeist der Vernunft gehasst: den Fanatismus.“ Auch das ist ein Zitat. Es stammt aus dem Buch, das Stefan Zweig über den niederländischen Gelehrten des europäischen Humanismus, Erasmus von Rotterdam, geschrieben hat. Erasmus „bekämpfte jedweden Fanatismus, ob auf religiösem, ob auf nationalem oder weltanschaulichem Gebiete, als den gebornen und geschwornen Zerstörer jeder Verständigung …“ So wie er selbst (Erasmus) „niemandem seine eigenen Anschauungen aufzwingen wollte, so leistete er entschlossenen Widerstand, irgendein religiöses oder politisches Bekenntnis sich aufnötigen zu lassen.“ Irgendwie passen diese Zeilen gut zur Wahlkampfphase, in der wir uns derzeit befinden. Was allerdings niemals zu keiner Zeit passt, sind bestimmte Wahlkampfplakate mit bestimmten Bildern und Sprüchen. Faschistische Gruppen und Horden dieser Art kann man nur voll und ganz in dem unterstützen, was sie sind: nichts.

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Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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