Ordentlich aufgemischt

Publiziert in 32-33 / 2020 - Erschienen am 24. September 2020

Obwohl es in einigen Gemeinden nur einen einzigen Bürgermeisterkandidaten gab und die Auswahlmöglichkeiten entsprechend eingeschränkt waren, haben die Wähler*innen am 20. und 21. September die Gemeindepolitik von Graun bis Partschins zum Teil gehörig aufgemischt. In Latsch und Prad hat sich gezeigt, dass der sogenannte Verwaltungsbonus - sprich die Tatsache, bereits Bürgermeister gewesen zu sein - nicht als Garantie für eine Wiederwahl zu werten ist. Auch bei Wahlen kann die Rechnung nicht ohne den Wirt gemacht werden und der Wirt ist in diesem Fall die Wählerschaft. Die Abwahl der Bürgermeister von Latsch und Prad ist aber nur eine der Überraschungen des letzten Urnengangs. In den 16 Gemeinden des geografischen Vinschgaus gibt es seit dem 22. September gleich 9 neue erste Bürger und Bürgerinnen. Jetzt kann man getrost von Bürgermeisterinnen reden, denn Verena Tröger (Laas) ist neben Roselinde Gunsch Koch (Taufers im Münstertal) die zweite Bürgermeisterin im Vinschgau. Zusätzlich zum Wechsel der Spitze in 9 Gemeinden stehen jetzt auch einschneidende Änderungen bzw. Neubesetzungen in allen Gemeindeausschüssen bevor. Erste Anzeichen sind schon zu erkennen. Ein leichtes Unterfangen dürfte die Nominierung der Referentinnen und Referenten nirgends werden. - Glasklar geäußert hat die Wählerschaft übrigens den Willen, das Parlament zu verkleinern. In keiner der 16 Gemeinden lag der diesbezügliche Wille unter 80 Prozent.

Josef Laner
Josef Laner

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