Quanti all'alba?

Publiziert in 12/13 / 2020 - Erschienen am 7. April 2020

Manchmal tut man sich schwer, Dinge in Worte zu kleiden, die man nicht sieht, nicht genau kennt, die nichts Gutes bringen und deren Ende man brennend herbeisehnt. Ein Bild, das diesen Zustand ein bisschen veranschaulicht, ist der Wunsch nach dem Ende des Militärdienstes. Nur wer diesen absolviert hat, weiß, wie lange die Tage bis zum Tagesanbruch (alba) sind und wie sehr man auf den „congedo“ wartet, auf das Ticket in die Freiheit. Das Kasernen-Tor geht aber nur auf, wenn man sich während der „Gefangenschaft“ ordentlich aufführt. Wenn nicht, nimmt die Zahl der „giorni all’alba“ wieder zu. In Kasernen lebt der Großteil der Bevölkerung derzeit zwar nicht, aber gefangen hält uns das Coronavirus doch. Auch in diesem Fall gilt, dass wir erst dann wieder ins Freie kommen, wenn der „Dienst“ abläuft und wir uns bis dahin ordentlich aufführen, sprich zu Hause bleiben und alle anderen Regeln einhalten. Tun wir das nicht, bringen wir uns selbst und andere in Gefahr. Leicht ist das natürlich nicht. In vielen der zigtausenden „Privatkasernen“ gibt es derzeit viele Schwierigkeiten und Probleme. Das Coronavirus hat sich nicht nur weltweit wie eine dunkle Wolke über die Erde gelegt, sondern trifft die Menschen auch ganz privat. Die globale Katastrophe spiegelt sich millionenfach in Einzelschicksalen wider. Geschlagen geben dürfen wir uns aber nicht. Vor allem nicht jetzt, denn der „congedo“ naht. - Und trotz allem: Frohe Ostern!

Josef Laner
Josef Laner

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