Renten-Chaos

Ein Mann, der über 40 Jahre hart gearbeitet hat. Eine Frau, die rund 40 Jahre berufstätig war und für die Kinder gesorgt hat. Eine ordentliche Rente? Noch nicht in Sicht. Unter 43 Jahren regelmäßigen Einzahlens in das staatliche System oder unter dem Erreichen von rund 66 Jahren geht zur Zeit nichts. Ständige, geplante Rentenreformen sorgen für Unsicherheiten. Es ist oft derart kompliziert, dass selbst Gewerkschaften und Patronate häufig überfordert sind. Immer wieder liest man, dass das Renten-System vor dem Kollaps steht. Die Gründe mögen vielfältig sein. Das Schaffen von unzähligen, oft überflüssigen Beamtenstellen mit frühem Renteneintritt, hat sicherlich dazu beigetragen. Aufgeblähte Behördenapparate in ganz Italien, hohe Gehälter in der Politik etc. waren wohl weitere Gründe. Korruption, Vetternwirtschaft und Mafia im süditalienischen Raum füllen auch keine Rentenkassen. Seit Jahren hat es die Politik aber verpasst, Lösungen zu finden. Arbeitende 63-Jährige bei gleichzeitiger hoher Jugendarbeitslosigkeit klingt grotesk. Nicht nur körperlich, sondern vor allem auch psychisch, ist eine Vollzeit-Tätigkeit in der heute immer schnelllebigeren Arbeitswelt für die ältere Generation häufig eine große Herausforderung. Zwar ist das „Renten-Chaos“ Staatssache, aber mehr Einsatz des Landes Südtirols in dieser Hinsicht wäre sicherlich auch nicht verkehrt.

 

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Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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