Runter mit den Masken

Publiziert in 7 / 2019 - Erschienen am 26. Februar 2019

Es gibt ja so viele Dinge, die nicht passen. Die Arbeiter verdienen seit Jahren viel zu wenig. Die armen Politiker sind schlecht angesehen. Der Schneepflug ist noch immer nicht da, obwohl es schon seit 10 Minuten schneit. Der Hund des Nachbarn hat sein Geschäft schon wieder vor meiner Haustür verrichtet. Die Predigten werden immer langweiliger. In der Zeitung steht auch nichts Neues. Die Ausländer werden immer mehr. Es passt einfach nichts mehr. Und dann sagen einige immer noch, dass wir nur Jammerer wären. Und zu Fasching sollen wir plötzlich lachen und lustig sein. Die fünfte Jahreszeit. Als ob vier nicht reichen würden. Und Masken sollen wir uns auch noch aufsetzen. So tun, als wären wir nicht so, wie man uns das ganze Jahr über sieht. Als Bär, Löwe oder Superman mit anderen Narren durch die Gassen laufen. So ein Unsinn. Genau, so ein Unsinn. Er heißt ja nicht umsonst so, der „unsinnige“ Donnerstag. An zumindest einem Tag im Jahr sollte man nicht alles so todernst nehmen. Etliche schwere Dinge werden dann leichter. Weil man darüber lacht. Kaum etwas ist dermaßen ernst, dass es kein Schmunzeln verträgt. Oder keine Ironie. Über sich selbst lachen, tut besonders gut. Vielleicht gefällt den Kindern der Fasching auch deshalb gut, weil sie sich nicht nur selbst so verkleiden und geben können, wie sie gerne wären, sondern weil sie sehen, dass auch die Großen anders sein können als sonst immer. Also: runter mit den Masken!

Josef Laner
Josef Laner

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