Schieflage

Publiziert in 38 / 2020 - Erschienen am 5. November 2020

Es läuft ganz schön was schief auf unserer Welt. Schon seit März hält uns das Coronavirus im Würgegriff. Immer sehnlicher wünsche ich mir, dass möglichst bald die Sternsinger kommen mögen, um das Jahr 2020 auf der Wohnungstür abzuwischen und ein neues hinauf zu schreiben. Aber auch das wird wenig helfen, denn erstens wird die Pandemie über 2020 hinausreichen und zweitens ist es mehr als fraglich, ob die Sternsinger Anfang 2021 überhaupt unterwegs sein dürfen. In fast ganz Europa - und nicht nur - schlägt die zweite Corona-Welle seit einigen Wochen wieder voll zu. In Ländern, wo Regierungen an der Macht sind, für die der Schutz der Gesundheit an oberster Stelle steht, wurde und wird wieder heruntergefahren. In manchen Ländern und Regionen sehr streng und unerbittlich, in anderen nur halbherzig. Die „Ernte“ der Maßnahmen ist derzeit noch nicht absehbar. Sicher ist, dass es zu den Lockdowns - oder wie immer man die Einschränkungen nennen mag - keine Alternative gibt. Jedenfalls nicht bis jetzt. Während man im Zusammenhang mit der Pandemie von einer Art Naturkatastrophe reden kann, sind andere Katastrophen „hausgemacht“. So etwa die Terrorattacken, wie sie kürzlich in Nizza und Wien verübt wurden. Die Befürchtungen eines Flächenbrandes sind leider nicht unbegründet. Nach den Attacken sprachen alle von Zusammenhalt, gemeinsamer Bekämpfung und Solidarität. Etwas mehr davon bräuchte es auch bei der Bewältigung der Pandemie. „Hausgemacht“ und global ist auch das Problem Trump.

Josef Laner
Josef Laner

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.