Un panino 

Publiziert in 11 / 2019 - Erschienen am 25. März 2019

Was ist Glück? Wenn man die Leute danach fragt, sind direkte Antworten selten. Es wird eher gesagt, was Glück nicht ist. Viel Geld etwa mache nicht glücklich, auch wenn es beruhige. Häuser und Grundstücke machen auch nicht glücklich. Ebenso wenig Macht und Ruhm. Aus diesen Aussagen lässt sich schon einmal schließen, dass jemand, der nichts von dem soeben Genannten hat, glücklich sein kann. Was natürlich nicht bedeutet, dass reiche Menschen unglücklich sein müssen. Es heißt nur, dass Glück nichts mit materiellen Dingen zu tun hat. Es ist wohl eher ein Zustand, ein Gefühl. Eine Art Zufriedenheit. Trotz so mancher Leiden und Nöte. Nicht die großen Dinge sind es, an die sich Menschen beim Abschiednehmen erinnern, sondern kleine Sachen. Sie reden nicht von Schulabschlüssen, Karriere-Sprüngen oder Immobilien-Käufen, sondern davon, wie gut das Eis schmeckte, an jenem lauen Sommerabend am See. Oder wie gut man sich fühlte, nachdem man die Kraft zum Verzeihen gefunden hatte. Oder wie wohl eine Umarmung tat, ein nettes Wort, ein ehrliches Lächeln. Und vor allem: wie gut es war, geliebt zu werden und zu lieben. Alles das macht glücklich. Gelebte Momente des Seins. Einfache Dinge, wie man sie auch in einem italienischen Ohrwurm hört: „Felicità è un bicchiere di vino con un panino.“

Josef Laner
Josef Laner
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