Was schert uns der Mars?

Publiziert in 7-8 / 2021 - Erschienen am 4. März 2021

470 Millionen Kilometer hatte die Sonde, die am 18. Februar 2021 auf dem Mars landete, zurückgelegt. Wenige Tage später sendete sie erstmals Tonaufnahmen vom Mars auf die Erde. „Oh Mensch, wie bist du groß!“, könnte man sich denken. Das genaue Gegenteil kommt mir in den Sinn, wenn ich die bisherigen weltweiten Bemühungen betrachte, das mickrig kleine Corona-Virus und die Mutationen in den Griff zu bekommen. Die Hilflosigkeit schreit teilweise zum Himmel. Selbst die modernsten und reichsten Länder gingen und gehen vor der Pandemie in die Knie. Mit allen negativen Folgen, die damit einhergehen und an denen wir noch lange zu „knabbern“ haben werden. Je länger diese Krise dauert, umso unerträglicher wird das Ganze für alle. Wunder wirken kann niemand, auch nicht die Politik. Was ich den meisten Entscheidungsträgern aber zutraue, ist die Absicht, das Beste für die Bevölkerung tun zu wollen, wobei sie sich vor allem darauf stützen müssen, was ihnen die Wissenschaftler und Fachleute raten. Dass das nicht immer gelingt und dass bei manchen Vorschriften und Maßnahmen die Vernunft zu fehlen scheint, ist sicher wahr. Wahr ist aber auch, dass die Politik diese Sisyphusaufgabe ohne die Mithilfe der Bevölkerung oder zumindest eines Großteils derselben nicht bewältigen kann. Was das „Rennen“ um die Impfstoffe betrifft, dürfte sich die Geschichte einmal mehr wiederholen: arme Menschen in armen Ländern werden wohl am längsten warten müssen.

Josef Laner
Josef Laner

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