Wir zuerst!? 

Publiziert in 11-12 / 2021 - Erschienen am 1. April 2021

Es sei global und koordiniert zu handeln, weil es zu verhindern gelte, dass nur diejenigen zum Impfstoff kommen, die es sich leisten können. Das sagte Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, im Mai 2020. Einen Impfstoff gab es damals noch nicht. Am 11. August 2020 verkündete Russlands Präsident Putin die Zulassung von „Sputnik V“ als weltweit ersten Corona-Impfstoff. Mittlerweile gibt es viele zugelassene Impfstoffe und (leider) auch viele neue Corona-Mutationen. Im Kampf um den Erhalt von Impfstoffen bewahrheitet sich genau das, was von der Leyen zu verhindern versuchte. Es sind wieder einmal die reichsten Länder, dich sich als erste zum „Futtertrog“ drängen. Von wegen Gemeinschaft, Solidarität und Zusammenhalt. Das Motto heißt: zuerst wir, dann die anderen. Auch Europa hat in diesem Sinn bisher versagt. Wenn es um das Eingemachte geht, zerfällt Europa schnell in viele Einzelsterne. Und weltweit ist es noch viel schlimmer. Zum Stichtag 30. März haben sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 10 von insgesamt 194 Ländern 76% der Impfstoffe gesichert. Eine große Rolle spielt - wie immer - das Geld. Es mag zwar völlig utopisch klingen, aber loswerden möchte ich es trotzdem: die Erforschung, Herstellung und Verteilung sämtlicher Corona-Impfstoffe sollten in die Hände einer weltweiten Organisation gelegt werden, die keine Gewinnabsichten hat und unter der Kontrolle der Vereinten Nationen arbeitet.  

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.