Wo ist Greta?

Publiziert in 30 / 2020 - Erschienen am 8. September 2020

Mehr als einmal wurde mir während der Corona-Zeit mit einem hämischen Unterton unter die Nase gerieben, dass jetzt nur noch von Covid-19 berichtet werde und die Greta spurlos verschwunden sei. Gemeint war nicht Greta Garbo und auch nicht die Gretel aus dem Märchen der Gebrüder Grimm, sondern die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg. Dass sie vorübergehend aus den Schlagzeilen verschwunden ist, mag zwar stimmen, aber ihre Botschaft lebt trotzdem weiter. Und sie ist außerdem wichtiger denn je, auch wenn das so manchen Schlechtmenschen alles eher als gefällt. Das Corona-Virus hat die Welt in eine Art Schockstarre versetzt, aus der die Menschheit noch nicht voll erwacht ist. Die Auswirkungen des Klimawandels indessen gingen und gehen nahtlos weiter. Wir spüren sie schon längst auch in Südtirol. Bestimmte Verbindungen zwischen dem Klimawandel und der Zunahme extremer Wetterereignisse sind wohl kaum noch zu leugnen. Mit dem Klimawandel ist es ein bisschen wie mit dem Hunger auf der Welt. Nur weil keiner darüber spricht, heißt das noch lange nicht, dass es ihn nicht mehr gibt. Derzeit sind es laut Schätzungen ca. 690 Millionen Menschen, die hungern, ca. 2 Milliarden leiden an Mangelernährung. Auch die Folgen des Klimawandels nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Höchste Zeit, dass Greta wieder auf den Plan tritt. Übrigens: am 3. Jänner des nächsten Jahres wird sie 18 Jahre alt, also volljährig.

Josef Laner
Josef Laner

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