Zumutung für viele Familien

Publiziert in 3 / 2020 - Erschienen am 28. Januar 2020

Für das kommende Kindergartenjahr wurde seitens des Landes eine Neuregelung in Sachen Kindergarteneintrittsalter beschlossen. So dürfen ab Herbst nur mehr jene Kinder in den Kindergarten, die auch heuer noch drei Jahre alt werden. Das Dilemma: Kinder, die im Jänner bzw. Februar geboren sind, dürfen so im Gegensatz zu früher erst rund ein Jahr später - also im Alter von fast vier Jahren - in den Kindergarten. Allein im kommenden Kiga-Jahr sollen rund 400 Kinder in ganz Südtirol davon betroffen sein. Viele Eltern kritisieren dies scharf. Zurecht. Denn: Sie werden teils vor arge Organisationschwierigkeiten gestellt, zum Beispiel wenn die Elternschaft wie geplant im Herbst 2020 endet. Auch was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft, ist es ein großer Rückschritt. Die Landesregierung hat den Beschluss im vergangenen Herbst recht plötzlich verabschiedet, mit dem Grund, dass das Kindergartenpersonal entlastet werden müsse. Verständlich. Aber: Sinnvoller wäre es, dafür zu sorgen, dass es mehr Personal gibt. Sprich: Attraktivere und unkompliziertere Bedingungen zu schaffen. Dies wäre Aufgabe der Politik - und kein Problem, das auf die betroffenen Familien abgewälzt werden darf.   

Michael Andres
Michael Andres

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