5 neue Tafeln informieren über die Lebensräume und Arten im Schludernser Auwald.
Die Schwarz-Erle ist die häufigste Baumart im Biotop Schludernser Au.
Auwälder sind wahre Naturparadiese: Auch kleine Nagetiere wie die Haselmaus (im Bild) haben hier ihren Lebensraum.

Biotopweg Schludernser Au erneuert

Publiziert in 42 / 2020 - Erschienen am 3. Dezember 2020

Schluderns - Es gibt landesweit nur noch wenige Auwälder. Einer der größten liegt im Talboden von Schluderns. In Zusammenarbeit mit der Forststation Mals hat das Landesamt für Natur den dortigen Lehrpfad erneuert. Entlang des 2,7 Kilometer langen Weges zeigen nun 15 Tafeln weitreichende Informationen zur Flora und Fauna im Biotop Schludernser Au. Die alten Tafeln stammten aus den 1980er Jahren. „Die Bevölkerung mit Informationen zu erreichen, ist ein wichtiger Ansatz, um das Bewusstsein für unsere einzigartigen Besonderheiten zu stärken“, sagt Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer. Gerade in diesen schwierigen Zeiten sei die Natur eine Kraftquelle. Die Schwarz-Erle ist die häufigste Baumart in der Schludernser Au. Während sie im Alpenraum nur mehr selten anzutreffen ist, gedeiht die Schwarz-Erle in der Schludernser Au prächtig. Der staunasse Boden macht ihr nichts aus. Ihre Rinde besitzt linsenförmige Öffnungen - sogenannte Lentizellen -, durch die sie die Wurzeln mit Sauerstoff versorgen kann. Entlang von Schwarz-Erlen führt der Schludernser Biotopweg, der mit einem aus Blatt und Früchten der Schwarz-Erle gestaltetem Logo gekennzeichnet ist. Die Bandbreite der Themen, die auf den 15 Informationstafeln entlang des Rundweges vertieft werden, ist groß, „denn Auwälder sind sehr vielfältige Lebensräume“, erklärt die Koordinatorin des Projektes, Maria Luise Kiem. Spezielle Lebensräume wie die „Roten Lacken“, die ihre besonders auffällige Rotfärbung den im Wasser enthaltenen Eisenbakterien verdanken, oder Informationen über seltene Bewohner wie die „Große Hufeisennase“, eine vom Aussterben bedrohte Fledermausart, finden sich auf den Tafeln. Aber auch Themen, wie die „Nörggelen“, geheimnisvolle Koboldgestalten, die sich in der Au herumtreiben, oder geschichtliche Themen wie die Krankheit Malaria und die Trockenlegung der Au, werden aufgegriffen. Auwälder puffern dank ihres Speichervermögens Hochwasserereignisse ab. Auf kleinste Veränderungen ihres Lebensraumes, vor allem des Wasserhaushalts, reagieren sie äußerst sensibel. Bereits durch kleinste Einwirkungen ist der Fortbestand zahlreicher Arten gefährdet. In der Schludernser Au sind Vögel wie der farbenprächtige Eisvogel, die tauchende Wasseramsel oder der Neuntöter, ein Zugvogel, aber auch kleine Nagetiere wie die Haselmaus, kleine Fische wie die Elritzen und verschiedene Insekten wie die Mosaikjungfer, eine Großlibelle, oder der 10 Millimeter kleine Wasserläufer, neben vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten beheimatet. „Es ist daher wichtig, diese besonderen Lebensräume nachhaltig zu schützen“, unterstreicht Landesrätin Hochgruber Kuenzer. Das geschehe nur, „wenn Mensch und Natur in Beziehung treten.“ LPA

Redaktion

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