Bei der Einführung (v.l.): Gertrud Wellenzohn, Sebastian Kautz und Gero John.
Gero John auf der Bühne.
Sebastian Kautz auf der Bühne.

Bis zum bitteren Ende

Publiziert in 41 / 2021 - Erschienen am 7. Dezember 2021

Schlanders - Weil ihm Unrecht widerfährt und weil es ihm nicht gelingt, bei den „Obrigkeiten“ und bei Gericht zu seinem Recht zu kommen, wehrt sich Michael Kohlhaas selbst. Er beginnt einen Rachefeldzug und rückt keinen Deut von seinem ausgeprägten Rechtsgefühl ab. „Und das bis zum bitteren Ende“, wie Sebastian Kautz am 23. November bei der gutbesuchten Einführung zum Stück „Michael Kohlhaas“ im Saal des Kulturhauses in Schlanders ausführte. Im Gespräch mit Gertrud Wellenzohn stimmte Kautz mit Gero John darin überein, dass die Novelle „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist viele aktuelle Bezüge zur heutigen Gesellschaft hat. So verwies Kautz u.a. auf die vielen Wutbürger und Querdenker in Deutschland. Michael Kohlhaas wird zunächst Opfer herrschaftlicher Willkür und „tauber“ Beamter, die ihm sein Recht verwehren, und später selbst zum Täter. Mit dem Stück „Michael Kohlhaas“ ist es der Bühne Cipolla aus Bremen ein weiteres Mal gelungen, ein bekanntes Werk der Weltliteratur in „expressives und poetisches Figurentheater mit Livemusik“ zu verwandeln. Für das vielseitige Können des Puppenspielers Sebastian Kautz gab es nach der Vorführung im Theatersaal ebenso viel Applaus wie für die Livemusik von Gero John. Die Puppen, denen Kautz das Leben einhauchte, wurden übrigens alle von Melanie Kuhl eigens angefertigt. Veranstaltet hatte die Aufführung in Schlanders das Südtiroler Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus „Karl Schönherr“. Unterstützt wurde das Gastspiel von Dr. Spinell und der Initiative Wirtschaft & Kultur Schlanders.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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