Die stärkste Ausrückung 2019 war die Fahnenweihe und die 60-Jahr-Feier der Schützenkompanie Schlanders.
Die Schützenkompanie Kastelbell wurde zur „Kompanie des“ Jahres gekürt. Bezirksmajor Arno Rainer und sein Stellvertreter Hansjörg Eberhöfer (im Bild in der Mitte v.l.) überreichten die Auszeichnung.
Die Schützenkompanie Kastelbell wurde zur „Kompanie des“ Jahres gekürt. Bezirksmajor Arno Rainer und sein Stellvertreter Hansjörg Eberhöfer (im Bild in der Mitte v.l.) überreichten die Auszeichnung.
Bezirksmajor Arno Rainer und Bezirksmarketenderin Kunigunde Wielander überreichen den Abgängern des Lehrganges den Offiziersbrief und ein Portepee.

Braucht es die Schützen? 

Bezirkstag der Vinschger Schützen in Tartsch

Publiziert in 30 / 2020 - Erschienen am 8. September 2020

Tartsch - Den Bezirkstag der Vinschger Schützen, der in Tartsch stattfand, eröffnete Diakon Norbert Punter mit einer Wort-Gottes-Feier. Er verwies in der Predigt die Wichtigkeit der Schützen in der modernen Welt. Vor allem mit dem Festhalten am Väterglauben und mit dem Vorleben desselben könnten die Schützen in der heutigen Zeit viel bewirken. Obwohl die Feier auf Grund des schlechten Wetters nicht auf dem Dorfplatz sattfinden konnte, war es ein würdiger Auftakt für den Vinschger Bezirkstag.

Unerwartete Frage 

Mit der unerwarteten Frage „Braucht es die Schützen?“ eröffnete Bezirksmajor Arno Rainer seine Rede beim Bezirkstag, der wegen der Corona-Bestimmungen in einer stark abgeschwächten Form und mit dem gebotenen Abstand abgehalten wurde. Vor 200 Jahren wäre es niemandem auch nur im Traum eingefallen, diese Frage zu stellen. Jeder wusste, die Schützen sind da um das Land Tirol zu verteidigen. Aber heute? Braucht es die Schützen? Brauche ich die Schützen? Brauchen die Schützen mich?

Viele Aufgaben

Die Kompanien im ganzen Land haben laut Rainer kulturelle, solidarische und volkstumspolitische Aufgaben. Sie erhalten Traditionen, beleben Vergessenes neu, pflegen Kameradschaft, leisten Nachbarschaftshilfe, erhalten die Tiroler Wesensart und sie treten für Minderheitenrechte und die Durchsetzung der Zweisprachigkeit ein. Nicht zu vergessen sei auch, dass sie für die Lösung der Ortsnamensfrage und die Entfernung von faschistischen Relikten eintreten. Darum, so Major Rainer, braucht es die Schützen. 

Einzeln und im Verein

Jeder Einzelne kann sich einzelner Aufgaben annehmen, auch wenn er nicht bei den Schützen ist. Allerdings sei der Großteil der Aufgaben nur im Verein zu meistern oder einfach leichter zu erreichen. Kein anderer Verein decke alle Aufgaben ab. Vor allem wenn es um volkstumspolitische Fragen geht, würden andere Vereine und auch der Großteil der Bevölkerung in Deckung gehen. Rainer: „Hier sind oft nur wir Schützen der einsame Rufer in der Wüste, denn wir wissen, dass politische Fragen zu wichtig sind, um sie allein der Politik zu überlassen.“

Ereignisreiches Jahr  

Auf ein ereignisreiches Jahr 2019 blickten die Bataillonskommandanten und die Referenten zurück. In Wort und Bild berichteten u.a. auch Marketenderinnen und Jungschützen über ihre Tätigkeit. Die stärkste Ausrückung 2019 war die Fahnenweihe und die 60-Jahr-Feier der SK Schlanders, gefolgt von der 60-Jahr-Feier der SK Latsch. Im Schnitt waren pro Bezirksausrückung 79 Schützen und Marketenderinnen dabei. Auch die Ausbildung kam nicht zu kurz. Bei den Neuwahlen in den Kompanien wurden einige neue Offiziere gewählt. Vor allem für sie fand ein gemeinsames Exerzieren in der Obstgenossenschaft GEOS in Schlanders statt.

Tätigkeit 2020 jäh unterbrochen

Der Tätigkeitsdrang der Vinschger Schützen wurde 2020 jäh unterbrochen. Covid-19 und der Lockdown waren die Auslöser. Bataillonskommandant Peter Raffeiner meinte dazu: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ Es sei interessant zu beobachten, wie jeder Staat anders versucht, Herr der Lage zu werden, und Italien da auf Einsperren und Bürokratismus zurückgreife.

Kompanie des Jahres

Seit einigen Jahren wird beim Bezirkstag immer die Kompanie des Jahres gekürt. Berechnet wird diese durch die Stärke bei Bezirksausrückungen im Vergleich zur Größe der Kompanie, sowie dem Vergleichsschießen, das jedes Jahr im Jänner stattfindet. Mit einer bis dahin noch nie erreichten Punktezahl ging der wohlverdiente Titel dieses Mal an die Kompanie Kastelbell. Höhepunkt des Abends war der Abschluss des Offizierslehrganges. 8 höchstmotivierte Offiziere haben sich seit dem Herbst 2018 - in regelmäßigen Abständen - in den verschiedensten Bereichen weitergebildet: Rhetorik, richtiges Auftreten, Geschichte Tirols und weitere Bereiche. Beim Bezirkstag wurden Hubert Stocker, Marcel Fliri, Michael Gerstgrasser, Helmuth Frank, Hansjörg Eberhöfer, Stefan Winkler, Philipp Hauser und Simon Stecher dafür der Offiziersbrief und ein Portepee (Faustriemen) mit dem Logo der Vinschger Schützen überreicht.

Redaktion

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