Mals Fröhlichsburg

Burgruinen

Publiziert in 7 / 2003 - Erschienen am 10. April 2003
Mit dem Wiederaufbau haben sich Burgfreunde schon lange beschäftigt. Auf etwa 40 Jahre alten Rekonstruktionsskizzen zeigt der Architekt Anton Malfer neben anderen Ruinen auch das Wahrzeichen von Mals, die ehemalige Fröhlichsburg, mit dem Bergfried, dem hoch über die Häuser des Marktes emporragenden runden Turm. Es ist dies möglicherweise der Stammsitz der 1149 erstmals genannten Herren von Mals. Diese ehemalige Wasserburg am Punibach war einst sehr viel umfangreicher und hatte vielleicht zusätzlich zwei Rundtürme. Der Verein „Freunde der Fröhlichsburg“ bemüht sich um die Errichtung eines begehbaren Umganges, um ein neues Dach, allgemeine Sicherung und um Veranstaltungen im Turmbereich. Ein Hermann von Lichtenberg wird bereits 1252 genannt; heute gehört diese „schönste Ruine Südtirols“ den Grafen Khuen-Belasi. Die vorliegende Rekonstruktion bezieht sich auf ein Fresko in der nahen St.Christina Kapelle. Die Ruine wird zur Zeit gesichert, dabei machen Archäologen und Kunsthistoriker wertvolle Funde. Bedeutend sind die 1908 abgenommenen Fresken mit höfischen Szenen aus dem 15. Jahrhundert. Sie befinden sich heute im Ferdinandeum von Innsbruck. Die Burgruinen Unter- und Obermontani liegen auf einem Moränenriegel am Ausgang des Martelltales bei Morter. Graf Albrecht von Tirol musste 1228 diese von ihm auf Churischem Besitz erbaute Burg als Lehen des Bischofs anerkennen. Bewohnt wurde Obermontani bis etwa 1850 und war reich ausgestattet, unter anderem auch mit einer wertvollen Bibliothek: Hier wurde die wichtige Handschrift “J” des Nibelungenliedes gefunden. Nach dem Verkauf des Schlosses an einen Bauern wurden alle Kostbarkeiten verschleudert. Dann wurden auch die Dächer und das Balkenwerk verwertet, sodaß der Verfall rasch einsetzte. Heute ist Obermontani Staatsbesitz; umfangreiche Sicherungsarbeiten verhindern den weiteren Verfall. Es scheint, dass die Ruine Untermontani schon viel früher verlassen wurde, zumal der Marteller Wildbach ständig am Fundament des Burghügels nagt. Der halbe Bergfried und die Ringmauer sind bereits ins Bachbett der Plima abgestürzt. Erhalten hat sich noch gut der Eingangsbereich, von dem der Architekt Malfer sagte: „Einfache Anlage , wobei zu beachten ist, dass keine Zugbrücke über den Halsgraben führte, sondern eine so genannte Wippbrücke.“ Schloss Juval, hoch über dem Eingang des Schnalstales gelegen, erstmals erwähnt 1351, wahrscheinlich frühgeschichtlicher Siedlungsplatz. Hier wird Ötzis Wohn- und Ausgangspunkt vermutet; heute im Besitz von Reinhold Messner. Die ehemalige Ruine beherbergt ein ethnologisches Museum. Die Zeichnungen wurden einem Beitrag von Anton Malfer aus der Zeitschrift SÜDTIROL IN WORT UND BILD, NR.3/1994, Seite 12-22 entnommen: „Es war einmal...Versuch einer Wiederherstellung von Südtiroler Burgen“.
Hans Wielander
Vinschger Sonderausgabe

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