Bezirksobmann Wolfgang Thöni, Graun, (links) und Raimund Rechenmacher, Schlanders, informierten über die Fotoausstellung „Baustelle Südtirol“.
Bürgermeisterin Verena Tröger stellte die „Kunst- und Kultur-Gemeinde“ Laas vor. Im Bild rechts die Vorsitzende des Bildungsausschusses Brigitte Schönthaler

Chronisten in neuer Rolle

Bei der Bezirkssitzung vom 28. August in Laas befassten sich die Chronisten mit dem Projekt „Baustelle Südtirol“.

Publiziert in 29-30 / 2021 - Erschienen am 14. September 2021

Laas - Laas war für die Vinschgauer Chronisten die sprichwörtliche Reise wert. Dafür maßgeblich gesorgt hatte der Bildungsausschuss mit der Vorsitzenden Brigitte Schönthaler, mit Susanne Saewert von Marmor+ und der Laaser Chronistin Monika Prohaska. Mit ihrer Unterstützung konnte Bezirkschronist Wolfgang Thöni ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen. Die Chronistinnen und Chronisten aus den Gemeinden Graun, Mals, Schluderns, Laas, Schlanders, Kastelbell-Tschars und Partschins erlebten eine Marmorführung, durften im Josefshaus ihren Durst stillen und sich über den informativen Besuch von Bürgermeisterin Verena Tröger freuen. 

Chronisten dokumentieren 

Schwerpunkt des Treffens war die Teilnahme am landesweiten Projekt „Baustelle Südtirol. Siedlungsgrenzen – grenzenlos?“. Kern der Aktion ist eine Ausstellung von Bildern in Form einer Gegenüberstellung „früher und heute“. Dass jene, die das Zeitgeschehen in ihren Gemeinden dokumentieren sollen, über eine Fotoausstellung ab 1. Oktober zu kritischen Heimatpflegern werden, liegt nicht nur am Jubiläum „30 +1 Jahr Chronikarbeit in Südtirol“. Den eigentlichen Hintergrund für das Projekt bildete das Inkrafttreten des vieldiskutierten „Landesgesetzes für Raum und Landschaft“ vom 1. Juli 2020. Die Idee einer neuen Raumplanung mit der Auflage an die Gemeinden, ihre Siedlungsgrenzen festzulegen, um „Bodenverbrauch und Zersiedelung“ in den Griff zu bekommen, stammt zwar schon aus dem Jahr 2017, scheint aber nie umgesetzt worden zu sein. Hier greift man auf die Chronisten zurück. „Sie beobachten und dokumentieren die Entwicklung ihrer unmittelbaren Lebenswelt in Wort und Bild“, liest man im Begleittext der Programm-Plakate. 

Bilder werfen Fragen auf

Die Vergleiche zwischen älteren und aktuellen Siedlungs- und Landschaftsaufnahmen würden „den Wandel von Natur- und Kulturlandschaft“ besonders deutlich aufzeigen. Daraus wurden Fragen formuliert: „Wie kann die Zukunft aussehen? Wie kann die Bewahrung von Kultur und Tradition mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Ansprüchen in Einklang gebracht werden? Welche Landwirtschaft wünschen wir uns?“ Den Fragen will man in Schlanders in der Mittelpunktbibliothek Schlandersburg vom 2. bis 21. Oktober nachgehen. Im Vereinsheim von Graun werden die fotografischen Gegenüberstellungen vom 24. bis 29. Oktober und in der Markus-Kirche von Laas vom 30. Oktober bis 7. November gezeigt. Die kritische Gegenüberstellung endet in der Malser Fußgängerzone vom 8. bis 15. November. Raimund Rechenmacher informierte in Laas zudem über eine weitere „Foto-Aktion“ in Zusammenhang mit der Drusus-Kaserne in Schlanders. Der Dokumentarfilmer Vittorio Curzel plane, einen Film über den ehemaligen „Alpini-Standort“ zu drehen. Die Chronisten sollten die Bevölkerung animieren, Bilder aus dem Alltagsleben zwischen 1919 und 1999 zur Verfügung zu stellen. Dies könnte ein weiterer Baustein für ein „Fotoarchiv Vinschgau“ werden, meinte Rechenmacher.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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