Ausklang der Kulturwoche „Hell & Dunkel“ mit Musik und Kulinarik im Innenhof der Bibliothek.
Gabi Hofer bedankte sich bei Koch Otto Theiner (links) und Filmemacher Karl Prossliner. Sie hatten das Hinschauen mit Verkosten und Hören ergänzt.
Daniela Rieder, Walter P. Auer und Karin Thaler (v.l.) waren kreativ und vielseitig und hatten zum Hinschauen eingeladen.

Das Ende war ein Höhepunkt

Finissage von „Hell & Dunkel“ oder das Ende des Hinschauens

Publiziert in 34 / 2019 - Erschienen am 8. Oktober 2019

Naturns - Eines muss im Rückblick gesagt werden: Bibliotheksleiterin Gabi Hofer hatte in dieser Ausgabe von „ART & Bibliothek“ ein besonders geschicktes Händchen. Sie hat die Freiräume der kulturellen Einrichtung Bibliothek genutzt und mit überraschenden Inhalten gefüllt. Dazu schaffte sie mit der Zusammenarbeit Bibliothek, „Kultur Naturns“ und Kulturreferat der Gemeinde eine unerwartet erfrischende Ergänzung des Wirtschaftsstandortes Naturns. Dem Abenteuer im Kopf durch Lesen hatte die Bibliothekarin das Abenteuer des Sehens durch die Ausstellung mit Daniela Rieder, Karin Thaler und Walter Paul Auer zur Seite gestellt. Kunstkritikerin Nicole Abler half dem Sehen nach und charakterisierte Rieder als lustvoll malende Geschichtenerzählerin, Auer als prozessorientierten, dynamischen Gestalter und sah in Thalers Fotografien die Aufforderung, genauer hinzuschauen. Mit der Finissage setzte Hofer neue, markante Akzente. Der gebürtige Malser Dokumentarfilmer Karl Prossliner war eingeladen worden. Dessen Film „Die Ansprache des Albin Thöni“, erstellt 2002, ist eine aufrüttelnde Anklage gegen die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung. Mit dem Streifen „Versöhnung – Aufbruch ohne Erinnerung“, hatte Prossliner vor 24 Jahren eine in ihrem Wert nicht hoch genug einzuschätzende Dokumentation Südtiroler Vergangenheitsbewältigung geschaffen. Auch damit war der Bezug zu Hell & Dunkel gegeben. Einflussreiche Zeitzeugen wollten „nicht hinschauen“ auf die dunklen Phasen der Südtiroler Geschichte. Sie verwiesen auf eine „hellere Zukunft“. Bibliothekarin Hofer blieb in der kurzweiligen Gegenwart. Sie eröffnete den musisch-kulinarischen Teil der Finissage mit Otto Theiner‘s „Gerstsupp“ und „Vinschger Schneamilch“ und der Musik durch „Oll Eyes On“ von Camilla aus Venedig und Christian aus Riffian.

Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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