Laut Harald Trafoier wird dem Verein Vintschger Museum das Kürzel EO angefügt.
Gabi Obwegeser hat das „t“ im Vintschger Museum liebgewonnen.
Michael Stauder erklärte die Entstehung des „Vuseums“

Das Tal-Museum nach einem starken Jahr

Das Vintschger Museum hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich und ein neues Erscheinungsbild vor sich.

Publiziert in 14 / 2019 - Erschienen am 16. April 2019

Schluderns - Harald Trafoier, Vorsitzender des Vereins Vintschger Museum, ging entspannt an die Eröffnung der Vollversammlung. Schon allein der Blick auf die Besucherstatistik lieferte die Erklärung. Vorstandsmitglied Karin Klotz hatte einen Zuwachs von 838 Besuchern im abgelaufenen Jahr mitgeteilt. 2014 waren es insgesamt 3.698, 2018 kamen 5.070 ins Vintschger Museum mit dem altehrwürdigen „t“ im Namen. Klotz sah die Ursachen für den Erfolg in der neuen Sichtbarkeit durch Umbauten am Standort und durch eine sehr aktuelle und sehr erfolgreiche Sonderausstellung über das Ende des 1. Weltkriegs. Präsident Trafoier rechnete ausdrücklich die hervorragende Arbeit der Mitarbeiterinnen Gabi Obwegeser und Michaela Rainer dazu. Zur optischen Erweiterung und Bereicherung des Tätigkeitsberichtes von Klotz, des Kassaberichts von Anja Trafoier, der Stellungnahme des Revisors Josef Trafoier und der Bilanzgenehmigung wurde das „Museum in 3D“ eingeblendet. Simon Laganda, Mals, hatte die Pläne digitalisiert und neue Möglichkeiten für die Gestaltung von Ausstellungen eröffnet. Auch die unausweichliche Bürokratisierung des Ehrenamtes durch Satzungsänderungen wickelte Trafoier gelassen und zügig ab. 

Das Museum im Jahreslauf

Der Auftakt für die Tätigkeit 2019 stand bereits im März im Zeichen der Jugend und der Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus in Form eines Theaterprojektes, berichtete Michaela Rainer. Mit Frederik Helmut Pinggera’s Konzert (13. April) und Lesung (25. Mai) kam bzw. kommt ein guter Bekannter als Kulturschaffender nach Schluderns. Am 18. Mai beginnt der Internationale Museumstag mit Buchvorstellung und Erzählungen in Zusammenarbeit mit den Bäuerinnen. Am Sonntagnachmittag, 19. Mai, kann man dann „Frühjahrsbräuche mit allen Sinnen erleben“. In der Naturwoche vom 29. Juli bis 2. August dürfen Kinder Urmenschen sein. Erstmals wird es am 15. September eine Familienfahrt geben. Der erweiterte archeoParc im Schnalstal ist das Ziel. Mit der Kulturfahrt nach Bregenz im Oktober begibt sich das Museum auf den Spuren der „Schwabenkinder“. Dass man sich im Vintschger Museum nicht scheut, auch heikle Themen anzufassen, verdeutlichte die Heimatforscherin Helene Dietl Laganda. Sie kündigte die Sonderausstellung zur Option „Gehen oder bleiben“ an. Soweit die Vergangenheit und die nähere Zukunft. Zur weiteren Zukunft des Vintschger Museums hatte Vorstandsmitglied Michael Stauder einiges zu sagen. „Ich bin diesmal aufgeregt“, meinte er. „letztes Jahr konnte ich nur ankündigen, jetzt muss ich liefern.“

Das Museum sprengt Räume

In schwungvoller Weise stellte er Ergebnisse und Möglichkeiten vor, die sich in intensiven Diskussionen und mit externer Beratung und Außensicht zum Erscheinungs- und Leitbild ergeben hatten. Dabei gehe es im Leitbild nicht um Visionen, erklärte Stauder, sondern um einen Rahmen und um ein Arbeitspapier. 12 grundlegende Aspekte wurden in das Leitbild aufgenommen, darunter die Ansprüche, die Aufgaben, aber auch die Netzwerkarbeit und die Wirtschaftlichkeit. Das Thema Erscheinungsbild eröffnete Stauder mit Überlegungen zur Identität und zur Kommunikation. Er zeigte Grenzen und Mängel auf, wenn das Museum über die dialektale und deutschsprachige Grenze hinaus kommunizieren soll. Mögliche Reaktionen auf Änderungen am „Logo“ durch Buchstabentausch, Verkürzung und zweisprachige Neubenennung zum „Vuseum Vinschgau Venosta“ nahm temperamentvoll Mitarbeiterin Gabi Obwegeser vorweg. „Jesses Maria, meiner Seal“, rief sie entsetzt, weil sie sich jetzt auch noch an das „Fuseum“ und das verlorene „t“ im Vinschgau gewöhnen muss. Die Versammlung klang gemütlich mit einem Zweigelt vom Engelberg-Gut des Elmar Luggin aus.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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