Segnung des sanierten K.K. Schießstandes in Tabland im Jahr 2019
Josef Pircher (1938-2019) war 21 Jahre lang Obmann
Hermann Wenter, Obmann seit 2017
Bei der renovierten Pestkapelle im Ladurnerberg im Jahr 2015 (v.l.): Hermann Müller, Heinrich Oberhofer, Kurt Ladurner mit Sohn Julian, Martin Wenter und Michael Lochmann. Alle Fotos aus der Broschüre „25 Jahre Heimatpflegeverein Naturns-Plaus 1996-2021“

Der Heimat verpflichtet

25 Jahre Heimatpflegeverein Naturns-Plaus

Publiziert in 7-8 / 2021 - Erschienen am 4. März 2021

Naturns/Plaus - Als der Heimatpflegeverein Naturns-Plaus 1996 gegründet wurde, belief sich die Zahl der Mitglieder auf 49. Derzeit zählt der Verein, der heuer das 25-jährige Bestehen feiert, 180 Mitglieder. Dieses Jubiläum hätte der Verein gerne im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung begangen, doch diese musste wegen der Corona-Situation verschoben werden. Ob sie im Mai stattfinden kann, ist noch ungewiss. Wenn ja, können sich die Mitglieder, Mitarbeiter*innen und Gönner*innen bereits jetzt auf die Jubiläums-Broschüre „25 Jahre Heimatpflegeverein Naturns-Plaus 1996-2021“ freuen. Die Broschüre, die bereits gedruckt ist, gewährt einen Einblick in die Gründung und Entwicklung des Vereins sowie an die vielfältigen Vereinstätigkeiten in den Gemeinden Naturns und Plaus.

Wie fing alles an?

Die Idee der Vereinsgründung wurde geboren, als Hermann Wenter 1995 an der Fronleichnamsprozession in Bayrischzell teilnahm und beim anschließenden Umtrunk im Gespräch mit Anita Egger, der Frau des aus Hafling zugewanderten Anton Egger, den Volks-Trachten-Erhaltungs-Verein Bayrischzell kennenlernte. Hermann Wenter ließ sich von Frau Egger Unterlagen über diesen Verein schicken und sah sich in Naturns sofort nach Personen um, die an der Gründung eines ähnlichen Vereins Interesse haben könnten. Wenter wandte sich auch an den Kulturreferenten Josef Pircher, der sofort begeistert war und die Idee auch in seiner Heimatgemeinde Plaus verbreitete. Nach einem ersten Treffen im Dezember 1995, an dem rund 20 Personen aus beiden Gemeinden teilnahmen, erfolgte am 12. Februar 1996 die Gründungsversammlung des „Heimatpflegevereines Naturns-Plaus“. Zum Obmann wurde Josef Pircher gewählt, der gleichzeitig einige seiner Kollegen des Gemeindeausschusses mit in den Verein holte, zumal Bürgermeister Walter Weiss im damals neuen „Leitbild Naturns“ die Gründung eines Heimatpflegvereines angedacht hatte. Josef Pircher, der am 6. Jänner 2019 gestorben ist, führte den Verein 21 Jahre umsichtig und mit ausgeprägtem Interesse. „Er versuchte, die Mitglieder durch Vorträge, Ausstellungen und Ausflüge für die Belange der Heimatpflege zu sensibilisieren. Die Mitarbeiter*innen im Vorstand unterstützten ihn dabei in jeder Hinsicht“, schreibt Hermann Wenter, der den Verein seit 2017 als Obmann führt, in der Broschüre.

Breit gefächerte Tätigkeit

Die vielfältige Tätigkeit des Vereins während der vergangenen 25 Jahre ist in der Broschüre mit kurzen Texten und schönen Fotos zusammengefasst. Das breite Spektrum reicht von Frühlingsfahrten, Herbstwanderungen, Besichtigungen und Ausflügen bis hin zu Vorträgen, Ausstellungen, Publikationen sowie Restaurierungen und Sanierungen. Stellvertretend für viele Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten seien hier nur die Restaurierung der Runstermühle sowie die Arbeiten bei der Kirchenruine St. Laurentius genannt. Zu den größeren Vorhaben 2019 gehörten die Sanierung des K. K. Schießstandes Tabland und das Projekt Hinzlweg. Für das heurige Jubiläumsjahr ist die Restaurierung des St.-Isidor-Bildstockes geplant. In Kürze vorgestellt werden soll außerdem die Biographie „Oswald Krad, Bildhauer aus Naturns (ca. 1620-1681)“. Wie der Kulturreferent bzw. Vizebürgermeister Michael Ganthaler in seinem Grußwort schreibt, „ist die Erwartungshaltung an den Verein in all den Jahren immer weiter gestiegen und damit ist natürlich auch die Arbeit ständig gewachsen.“ Besonderes der erste und langjährige Obmann Sepp Pircher und auch der heutige Obmann Hermann Wenter „haben ganz konkret dafür Sorge getragen, dass Heimatpflege nicht nur ein schönes Wort bleibt, sondern auch sichtbar mitten in unserer Gesellschaft gelebt wird.“ Den Verantwortlichen des Vereins sei es seit jeher ein Anliegen gewesen, nicht als „Verhinderer“ zu gelten, „sondern als aktive Partner in der Gestaltung unserer Heimat.“ Den Satz „Tradition ist nicht das Anbeten der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ habe Sepp Pircher in diesem Sinne oft zitiert. In seinem Schlusswort erinnert Hermann Wenter an die verstorbenen Mitglieder und nennt stellvertretend Dekan Georg Peer, den Ehrenobmann Josef Pircher und den ehemaligen Kulturreferenten Valentin Stocker.

Josef Laner
Josef Laner

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