Im Publikum: Franco und Elfriede Ferrarese
Die Mutprobe für Roman Perfler hatte begonnen.
Guten Mutes im Schloss waren Lissi Mair, Florian und Roman Perfler und Marianne Ilmer Ebnicher (von links)

Die Mutproben des Roman Perfler

Die wichtigste Mutprobe war das Niederschreiben seiner Lebensgeschichte.

Publiziert in 16 / 2022 - Erschienen am 13. September 2022

Goldrain - Mit dem 122 Seiten starken Buch „Licht. Suche. Ein Lebensweg“ hat Roman Perfler auch graphisch versucht, die zwei Abschnitte seines Lebens darzustellen. Die helle Vorderseite, das Licht, zeigt Zweige und Blätter, die braunrote Rückseite soll auf den Schatten hinweisen. Neben dem Satz „Die mitreißende Lebensgeschichte als mittelalterlicher Gastwirt in Südtirol“ zeigt sich Perfler als grillender Koch in mittelalterlicher Kleidung. Dazu hat er kurz und prägnant und in Ich-Form sein Leben – und damit den Inhalt seiner Biographie – zusammengefasst. Mit dem Anspruch, das Buch soll „ein Mut machendes Beispiel der Schicksalsbewältigung“ sein, endet der Klappentext. Nach dem Niederschreiben und Veröffentlichen war Perflers zweitwichtigste Mutprobe sicher die Buchvorstellung im Heimatort. Dass überraschend viele Goldrainer und Bekannte zur Vorstellung kamen, mag ihn erfreut haben, aber ohne die Regie und Routine von Lissi Mair, Vorsitzende der Journalisten-Kammer, und den Beistand von Marianne Ilmer Ebnicher, Schriftstellerin aus Goldrain, wären die Emotionen wahrscheinlich aus dem Ruder gelaufen. Teil dieser Emotionen war auch Florian, Roman Perflers in Wien lebender, ältester Sohn. Seine musikalischen Intermezzos an der E-Gitarre lenkten ab und trugen zum Verarbeiten der zum Teil „schweren Kost“ aus Romans Leben bei. Ohne zu verurteilen, aber auch ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen, zeichnete Roman in den ersten Kapiteln seine glückliche Jugend nach. Es folgen 10 Abschnitte aus seiner dunkelsten Zeit und die bittere Erkenntnis: „Auf einmal war meine allseits beliebte und in den Vereinen engagierte Familie geächtet und ausgestoßen. Wir waren für viele Verlierer und Versager und das zu spüren, tat bis auf die Knochen weh.“ Bodenlos muss der Abend des 8. November 2008 gewesen sein. Zum letzten Mal bewirtete Roman seine Gäste im Obermoosburgkeller, zum letzten Mal spielten Franco und Elfriede Ferrarese als „La Zag“ ihre mittelalterlichen Weisen. 14 Jahre später, am 26. August 2022, einem lauen Sommertag in Schloss Goldrain, erlebten Franco und Elfriede einen erleichterten Roman Perfler in Aufbruchsstimmung. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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