Leo Andergassen führte in die freigelegten und restaurierten Fresken in der Kirche St. Stephan ein.
Viel Lob gab es für die gelungene Neugestaltung des Friedhofs mit der unterirdisch angelegten Sakristei
Im Bild (v.l.): Herwig van Staa, Johannes Graf Trapp, Abt Markus, Hans Heinrich Ritter von Srbik und Luis Durnwalder
Der Jugendtreff „St. Benedikt“ soll dazu dienen, jungen Menschen die benediktinische Spiritualität näherzubringen.
Schon vor drei Jahren wurde die ehemalige Klostersäge in das Klostercafé „Invito“ umgewandelt.
Der Stiftsorganist Lukas Punter an seinem Cembalo.

„Ein Glücksfall für die Abtei und den Vinschgau“

Restaurierte Kirche St. Stephan offiziell eröffnet. Jugendtreff „St. Benedikt“ und Klostercafé „Invito“ gesegnet.

Publiziert in 33-34 / 2021 - Erschienen am 12. Oktober 2021

Marienberg - „Der Vinschgau ist reicher geworden und die Abtei hat dazugewonnen.“ Mit diesem Fazit beendete der Kunsthistoriker Leo Andergassen den Festvortrag, mit dem er am 29. September in der Kirche St. Stephan, die in der Nähe von Kloster Marienberg liegt und zur Abtei gehört, die freigelegten und restaurierten Wandmalereien vorstellte. Die Entstehung der Fresken geht auf das Jahr 1498 zurück. „Die Malereien zeigen uns, welche Farbenfreude die schwäbischen Maler damals, ein Jahr vor der Calvenschlacht mit ihren katastrophalen Folgen, zum Ausdruck brachten“, so Andergassen. Im Zentrum der Fresken steht die Krönung Mariens, umgeben von St. Stephan, St. Laurenzius und St. Christophorus. Über der Marienkrönung ist das Pfingstwunder dargestellt. An der östlichen Seite des Langhauses wurden Passionsszenen freigelegt.

Alle Malereien freigelegt

Abt Markus Spanier hatte einleitend daran erinnert, dass der neugestaltete Friedhof mit der unterirdisch angelegten Sakristei zwar am Allerseelentag 2020 hatte gesegnet werden können, aber die offizielle Eröffnung der restaurierten Kirche musste wegen Corona immer wieder verschoben werden, „heute aber ist es endlich soweit.“ Das altehrwürdige Kirchlein - der erste Kirchenbau geht übrigens auf die Zeit um 500 zurück - hatte sich vor den Restaurierungsarbeiten in keinem guten Zustand befunden. Als der Restaurator Hubert Mayr bei Untersuchungen der Wandflächen weitere Malereien im Altarraum und an der Nordwand entdeckte, „war mir klar, dass wir um eine Freilegung sämtlicher Malereien nicht umhinkommen“, blickte der Abt zurück. Die Finanzierung stand damals noch nicht fest. P. Markus wandte sich somit an die Messerschmitt Stiftung in Deutschland und fand Gehör. Die Stiftung stellte zunächst 20.000 Euro bereit und später zusätzliche 100.000. Einen besonderen Dank zollte der Abt daher dem Siftungs-Vorsitzenden Hans Heinrich Ritter von Srbik, der zur Eröffnung angereist war. Ebenfalls bedankt hat sich der Abt beim Architekten Werner Tscholl und seinem Mitarbeiterteam für „die äußerst gelungene Neugestaltung des Friedhofs mit der unterirdisch angelegten Sakristei, sowie den Entwurf zum Bankblock in der Kirche.“ Zu den Ehrengästen gehörten u.a. der ehemalige Landeshauptmann Luis Durnwalder, dem P. Markus zum 80. Geburtstag nachträglich einen Blumenstrauß überreichte, der ehemalige Tiroler Landtagspräsident sowie Gönner und Freund Herwig van Staa, der Leiter der Landesgedächtnisstiftung Tirol, Andreas Matzinger, Johannes Graf Trapp und viele weitere Marienberg-Freunde. Musikalisch umrahmt hat den schlichten Festakt der Stiftsorganist Lukas Punter an seinem Cembalo.

Benediktinische Spiritualität

Die unverkennbare Handschrift des Architekten Werner Tscholl und seines Teams tragen auch der neue Jugendtreff „St. Benedikt“ und das Klostercafé „Invito“. Der Hauptzweck des neuen Jugendtreffs ist laut P. Urs Maria, der die Räume segnete, die Vermittlung der benediktinischen Spiritualität an junge Menschen. Angeboten werden mehrtägige Gruppenaufenthalte sowie eigene Nachmittage. Entstanden ist der Jugendtreff (13 Schlafplätze, ein Mediationsraum, Nasszellen, Duschen) im bisher ungenutzten Dachboden oberhalb der Backstube des Klosters. Bereits seit 3 Jahren geöffnet ist das Klostercafé „Invito“. Es wurde dort eingerichtet, wo bis vor rund 30 Jahren noch eine Venezianer-Säge ratterte. Aus der ehemaligen Klostersäge entstand ein moderner, gemütlich gestalteter Raum, der zum Genießen und Verweilen einlädt. Gesegnet hat das Café P. Philipp. 

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.