Monika Hauser mit den Landeshauptmännern Arno Kompatscher (links) und Günther Platter.
Luis Stefan Stecher

Engagement für das Gemeinwohl

Zwei Vinschger Persönlichkeiten erhalten Ehrenzeichen des Landes Tirol 

Publiziert in 8 / 2019 - Erschienen am 5. März 2019

Innsbruck/Vinschgau - Am 20. Februar haben der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter und sein Südtiroler Amtskollege Arno Kompatscher die Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen. Unter den Geehrten befinden sich zwei verdiente Persönlichkeiten aus dem Vinschgau, und zwar Monika Hauser und Luis Stefan Stecher. Kompatscher hob beim Festakt in der Hofburg das Wirken aller Ausgezeichneten (5 Frauen und 7 Männer) hervor: „Ihr Engagement für das Gemeinwohl, für die Kultur und Tradition sowie Ihr stetiger Einsatz für unsere vereinenden Werte und Ihre aktive Hilfeleistung für die Schwächeren unserer Gesellschaft schaffen Gemeinschaftssinn und gelten vor allem als Beispiel für uns alle.“ Und Platter sagte: „Diese 12 engagierten Menschen haben sich um den Wirtschaftsstandort, die Medienlandschaft, das Bauerntum, die Sicherheit im Lande, das Sozialwesen und das Kulturleben mehr als verdient gemacht.“

Monika Hauser 

Monika Hauser hat Laaser Wurzeln. Sie wurde am 24. Mai 1959 in Thal in der Schweiz geboren und wuchs dort auf. Sie studierte Medizin in Innsbruck und Bologna und erlangte 1984 ihren Abschluss. 1998 beendete sie ihre Ausbildung zur Fachärztin für Gynäkologie. Sie lebt in Köln. Mitten im Jugoslawien-Krieg las Monika Hauser 1992 von den zahlreichen vergewaltigten Frauen und beschloss, etwas zu unternehmen. Am 4. April 1993 startete die Arbeit von Medica Zenica mit der Einweihung eines Projekthauses in Zenica in Zentral-Bosnien, das neben einer gynäkologischen Praxis und eines Operationssaales auch Räume für psychosoziale Beratung und die Unterbringung von Frauen umfasste. 1994 baute Monika Hauser gemeinsam mit fünf Mitarbeiterinnen ein Büro in Köln auf, seit 1995 heißt der Verein medica mondiale e.V. Die Organisation arbeitete zunächst in Bosnien, in Afghanistan und dann in zahlreichen weiteren Ländern wie Albanien, Liberia, in der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda und in Israel. Heute setzt sich medica mondiale weltweit für Frauen und Mädchen ein, die in Konfliktgebieten sexualisierte Kriegsgewalt erlebt haben. Im Jahr 2000 übernahm Hauser die Geschäftsführung von medica mondiale und engagiert sich dafür, dass die Thematik der Kriegsvergewaltigungen gesellschaftlich enttabuisiert wird. 

Luis Stefan Stecher

Luis Stefan Stecher wurde am 7. Juni 1937 in Laas als jüngstes Kind von neun Kindern geboren. Sein Vater, ein Baumeister, arbeitete zu dieser Zeit im Marmorwerk, nahm aber ein Jahr später eine Stelle in Innsbruck an, wohin ihm seine Frau mit den Kindern folgte. Nach dem frühen Tod ihres Mannes kehrte sie im Jahr 1944 mit den Kindern nach Laas zurück. Hier verbrachte Luis Stefan die Kindheit und erfuhr Prägungen, die für sein späteres Werk wichtig werden sollten. Nach einer kurzen Lehre in der Wagnerschen Universitätsbuchdruckerei wechselte er im Jahre 1953 nach Wien, wo er mit 16 Jahren der jüngste Student an der Hochschule für Angewandte Kunst war. Er setzte sein Studium an der Akademie für Bildende Künste fort und schloss es 1957 mit dem Diplom ab. Von 1960 bis 1967 unterrichtete er an verschiedenen Südtiroler Mittelschulen als Kunsterzieher, später hielt er Malkurse beim Künstlerbund und im Bildungszentrum. Im Jahre 1978 erschien die erste Auflage seiner „Korrnrliadr“, zwischen 1994 und 2001 entstand der „Plauser Totentanz“. Mit Karl Gruber, Kunsthistoriker und Professor für Christliche Kunst und Denkmalpflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen, wurde ein weiterer Südtiroler mit dem Ehrenzeichen ausgezeichnet.

Redaktion

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