Monika Lichtenfeld und Gerhard Rühm bei ihrer Parallel-Lesung in der Bibliothek Partschins
Akteure und Organisatoren der Buchvorstellung und Lesung: Monika Lichtenfeld, Gerhard Rühm, Matthias Schönweger, Andreas Hapkemeyer, Maria Mayr und Hartmann Nischler (v.l.)
Ausgangspunkt für die Sonderausstellung REVUE war ein gleichnamiges Bild der Erika Giovanna Klien aus Borgo Valsugana. Davor eine Crandall-Schreibmaschine.

„Es ist ein Glücksfall, ja eine Sensation“

Lesung, Buchvorstellung und Ausstellungsbesuch

Publiziert in 19 / 2019 - Erschienen am 21. Mai 2019

Partschins - „Es ist ein Glücksfall, ja eine Sensation, dass Gerhard Rühm und Monika Lichtenfeld hierhergekommen sind, um dieses Buch an diesem Ort vorzustellen“, sagte der Bozner Museumsexperte Andreas Hapkemeyer. Bevor Kulturreferent Hartmann Nischler die Begrüßung vornehmen konnte, musste man aus Platzproblemen vom Schreibmaschinenmuseum in die Bibliothek umziehen. Das Interesse an der besonderen Veranstaltung war zur Freude der Ausrichter dann doch größer als erwartet und brachte neue Besucher ins Schreibmaschinenmuseum. Die Veranstaltung in Partschins war allerdings für einen, nur durchschnittlich Kulturgebildeten nicht sofort durchschaubar. Da war die Rede von der Vortragsreihe „artiparlando 2019: nuove scritture“, von der Buchvorstellung: „poetik der schreibmaschine, hommage á peter mitterhofer“ und von der Performance mit Monika Lichtenfeld, „etüde zum maschinenschreiben“. Dass als Veranstaltungsort das Schreibmaschinenmuseum gewählt worden war, liege an der Sonderausstellung „REVUE“, erklärte dessen Direktorin Maria Mayr. Hapkemeyer versuchte zu erklären, wie der Dichter und Musiker Gerhard Rühm schon 1950 das „poetische Potenzial“ der Schreibmaschine entdeckt hatte, zum Vertreter der „konkreten Poesie“ in Österreich und zum Entdecker und Bewunderer des Schreibmaschinenbauers Peter Mitterhofer wurde. Es sei ihm seit längerem ein Anliegen gewesen, etwas über den Partschinser Erfinder zu schreiben, erzählte Rühm. Für ihn wertvoll sei die Begegnung mit Matthias Schönweger gewesen, dem er auch „freundschaftlich das Buch“ gewidmet habe. Tatsachengetreu, aber in geraffter Form las Rühm das Leben des verkannten Erfinders vor. Höhepunkt des Abends - von Hapkemeyer als spektakulär angekündigt - war dann die Doppellesung des 89-jährigen Rühm und seiner Frau Monika, 81. Wie man Musik hören muss, musste man auch die lautmalende Maschinenschreib-Lesung von Gerhard Rühm und Monika Lichtenfeld hören und erleben. Die Vorlagen dafür waren Blätter aus einer Maschinenschreibschule, die sie auf dem Flohmarkt entdeck und im Buch veröffentlicht hatten. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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