Elke Larcher

Für Romanik begeistern

IDM übergibt erfolgreiches Kulturprojekt an Koordinatorin Elke Larcher. Ausweitung auf ganz Südtirol geplant.

Publiziert in 5-6 / 2021 - Erschienen am 18. Februar 2021

Vinschgau/Südtirol - Für die mittelalterlichen Kulturstätten der länderübergreifenden „Straße der Romanik“ bricht heuer ein neues Zeitalter an: Das ehemalige Interreg-Projekt zwischen dem Schweizer Engadin und Südtirol hat sich unter der Führung von IDM Südtirol zu einem kulturellen Vorzeigeprojekt gemausert, nun wird es in die Hände einer externen Koordinatorin übergeben. Die gebürtige Boznerin Elke Larcher ist Museumsdirektorin und Leiterin der Kommunikation des Klosters St. Johann in Müstair, das eine Partnerstätte des Kulturprojekts ist. Sie soll dieses Projekt nun weiterentwickeln und künftig auf ganz Südtirol ausdehnen. Die „Straße der Romanik“ ist eine Initiative, die zum einen Südtirolerinnen und Südtiroler für die romanischen Schätze ihrer Heimat interessieren soll und zum anderen in das Thema „Kleine Städte und Kultur“ einzahlt, eines der sechs wichtigen Reisethemen für potenzielle Südtirol-Urlauber. Romanische Burgen, Schlösser, Kirchen, Kapellen, mittelalterliche Dörfer und Städte: 25 einzigartige Kulturstätten im Engadin und auf der Achse Vinschgau-Unterland gehören derzeit zum Kulturprojekt „Alpine Straße der Romanik“. Dazu gehören das Kloster Marienberg und die St. Prokulus Kirche in Naturns genauso wie Schloss Tirol oder die Burgkapelle Hocheppan. Auf Schweizer Seite ist das Kloster St. Johann mit dabei. Der Startschuss für dieses Projekt, das zunächst von Vinschgau Marketing und dann nach der Gründung von IDM von dieser koordiniert wurde, fiel bereits 2007. Ziel war es, kulturhistorisch interessante Baudenkmäler der beiden benachbarten Regionen in den Mittelpunkt zu stellen, zu vernetzen und sie für Südtirols Gäste, aber auch für die Südtirolerinnen und Südtiroler verstärkt zugänglich zu machen. Die Romanik ist verbindendes Element dieser Stätten, die entlang wichtiger Handels- und Pilgerrouten über die Alpen entstanden.

Immenser kultureller Schatz

„Mit diesen romanischen Bauten besitzen wir einen immensen kulturellen Schatz im Lande, der auf jeden Fall genutzt werden sollte“, sagt Marketingdirektor Wolfgang Töchterle von IDM. Gerade der „Tag der Romanik“, der vor einigen Jahren im Herbst etabliert wurde, werde von den Einheimischen gut angenommen, sei aber natürlich auch ein starker Anziehungspunkt für Südtirols Gäste: „Das Thema ‚Kleine Städte und Kultur‘ ist eines der wichtigen Reisethemen in Südtirol, von dem wir wissen, dass es Südtirol-Urlauber sehr interessiert. 53 Prozent planen laut einer von IDM beauftragten Studie Sightseeing fest in ihren Urlaub ein, 36 Prozent wollen auf jeden Fall Kulturausflüge absolvieren“. Die „‚Straße der Romanik“ sei laut Töchterle somit genau das richtige Angebot für diese kulturinteressierte Gästegruppe, die bevorzugt in den Randsaisonen urlaube, und mache das Thema Kultur vor Ort sichtbar und erlebbar. Vermittelt wird dieses Erleben durch Maßnahmen wie die eigene Website www.stiegenzumhimmel.it, einen spezifischen Reiseführer, der die Erlebnisse rund um die Straße zusammenfasst und Insider-Wissen zu lokalen Besonderheiten verrät, sowie eben durch den „Tag der Romanik“, der dieses Jahr am 9. Oktober stattfinden wird. Dabei kann man - sofern es die Pandemie im Herbst zulässt - die 25 Kulturstätten bei kostenlosen Führungen genießen, die von eigens ausgebildeten Kulturvermittlern abgehalten werden. Nun wird das Projekt aus den Fittichen von IDM entlassen und einer externen Leiterin übergeben. Für die Zukunft hat die neue Koordinatorin einiges vor. So soll die Initiative in eine Organisation umgewandelt werden, der alle Partnerstätten angehören und die selbständig und unabhängig agiert. Das Projekt soll zudem künftig auf ganz Südtirol ausgedehnt werden: „Wir freuen uns darauf, dass sich potenzielle Partnerstätten bei uns melden, damit wir unser romanisches Netzwerk noch weiter vergrößern können und an Attraktivität gewinnen“, sagt Larcher. Wer mitmachen darf, darüber entscheidet ein Gremium von Kunsthistorikern, denn die neu hinzukommenden Kulturbauten müssen stilistisch zur „Straße der Romanik“ passen, und sie müssen für das Publikum zugänglich und bei Führungen erlebbar sein. Geplant ist zudem im März eine Online-Tagung, bei der die Themen Kulturtourismus mit Fokus auf das Zielpublikum, Social Media und neue Vermittlungsformate diskutiert werden.

Redaktion

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