Innovativ und kreativ durch Onlineunterricht

Einblicke in den Fernunterricht am OSZ Schlanders, an der Landesberufsschule Schlanders, an Fachschule für Land- und Forstwirtschaft „Fürstenburg“ in Burgeis und an der Fachschule für Hauswirtschaft in Kortsch

Publiziert in 1 / 2021 - Erschienen am 19. Januar 2021

Schlanders - Simone Hellrigl, Lehrerin für Deutsch und Geschichte und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit am OSZ Schlanders: „Schulbeginn September – Präsenzunterricht mit strenger Einhaltung der vorgeschriebenen Corona-Schutzmaßnahmen und trotzdem waren Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen für Integration und das gesamte nicht unterrichtende Personal froh, zumindest ein wenig Alltag, Struktur und persönliche soziale Kontakte zurückzuhaben. November – der zweite Lockdown versetzte uns erneut in den Fernunterricht. Dieses Mal war man aber besser vorbereitet. Man lernte aus den Erfahrungen des vergangenen Schuljahres und dem OSZ Schlanders gelang es, unmittelbar Stundenpläne mit Onlinelektionen und strukturierten Unterrichtsplanungen mittels digitaler Lernplattform umzusetzen. Seit Schulbeginn arbeitete sich die gesamte Schulgemeinschaft in die Onlineplattform Microsoft Teams ein, sodass der Umstieg vom Präsenz- zum Fernunterricht wesentlich leichter fiel als noch vor einigen Monaten. Ein Semester mit Höhen, Tiefen, Hoffnungen, Erwartungen, Herausforderungen, ständigen Veränderungen, immer wieder neuen Richtlinien aus Bozen und Rom, welche zum Teil wenig bis gar keine Planungssicherheit boten, waren Alltag und trotzdem gab es positive Nebeneffekte. Digitale Kenntnisse, Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Organisationsfähigkeit, eigenverantwortliches Arbeiten scheinen nun mehr Platz im Schulalltag gefunden zu haben und auf die Berufswelt vorzubereiten. Das Kollegium war bemüht, die Balance zwischen Fördern und Fordern zu halten – versetzt mit dem richtigen Maß an schülerfreundlichen Unterrichtsmethoden. Um nur einige Beispiele zu nennen – ‚Das Buch im Schuhkarton’, ‚Römisch Kochen zu Hause’, ‚Onlineautorenlesungen’, ‚Projekt –Vier gewinnt’, ‚Achtsamkeitsübungen im Freien’, ‚Online – Theateraufführungen’. Die Bibliothek blieb eine wichtige Anlaufstelle genauso wie das ZIB (Zentrum für Information und Beratung: Lehrpersonen standen den Schüler*innen mit Rat und Tat zur Seite. Für Schüler mit Beeinträchtigungen, besonderen Bedürfnissen oder schwierigen familiären Situationen griff eine Ausnahmeregelung. Sie konnten direkt an der Schule betreut, begleitet und unterstützt werden, was ihnen Struktur, Sicherheit im Lernen und in der allgemeinen Entwicklung bot. Auch für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache wurden Pakete geschnürt, sodass ihnen ein intensives Sprachenlernen ermöglicht werden konnte. Ein kleiner Lichtblick bot sich für die Schüler*innen, als sie für den Labor- und Praxisunterricht (RG und TFO) sowie für die ÜFA (Übungsfirma WFO) in Präsenz an der Schule erscheinen durften. Coronabedingt mussten auch die Schulvorstellungen neu organisiert werden. Sie wurden digital gestaltet mittels Online-Treffen. Die Mittelschüler konnten anschließend Fragen stellen, indem sie interaktiv mit Lehrpersonen und Schülern des OSZ Schlandes kommunizierten.“

Anna Hofer, 1B Sprachengymnasium: „Die Lehrpersonen waren bemüht, verschiedene Unterrichts- und Lernmethoden anzuwenden. Die Buchpräsentation hat mir sehr gefallen, überhaupt das Gestalten der Bücherkiste. Es war eine Abwechslung. Auch das Lesen hat mir gut gefallen, das Buch ist großartig. Während ich gelesen habe, konnte ich einfach alles andere vergessen und war in einer aufregenden Welt des Buches gefangen.“

Monika Aondio, Direktorin der Fachoberschule für Land- und Forstwirtschaft „Fürstenburg“ in Burgeis und der Fachschule für Hauswirtschaft in Kortsch: „Aus dem Lockdown im März haben wir gelernt. Alle unsere Lehrer*innen und Schüler*innen wurden im Umgang mit der Plattform ‚Microsoft Teams’ geschult. Wir haben auch einen eigenen Stundenplan für den Fernunterricht erstellt, sodass es nicht zu einer Überhäufung von Videokonferenzen kommen konnte. Zusätzlich haben wir zwei Stunden eigenverantwortliches Lernen online für die Schüler eingeplant. In dieser Zeit waren die Lehrer bei Fragen auch online erreichbar. Die Schüler mit größeren Schwierigkeiten durften ja an die Schule, den Praxisunterricht konnten wir teilweise auch anbieten. Online-Unterricht ist aber nicht Präsenz-Unterricht!“

Virginia Tanzer, Direktorin der Landesberufsschule in Schlanders: „Dieses Schuljahr ist und bleibt bis dato eine große Herausforderung für die gesamte Schulgemeinschaft. Die guten Vorbereitungen im Herbst vergangenen Jahres tragen jedoch nun ihre Früchte. Aus den Erkenntnissen ab März 2020 konnten optimierte Maßnahmen abgeleitet werden. So wurden die vielen unterschiedlichen Kommunikationswege vereinfacht und gezielt zusammengeführt. Der Klassenrat wurde angehalten, Lerninhalte in Form von Lernpaketen zu schnüren, sich auf Präsenz- und Fernunterricht einzustellen und untereinander bestmöglich abzustimmen. Wir haben ab September 50 Prozent Präsenzunterricht (wöchentlich alternierend) mit vermehrten Praxiseinheiten eingeplant. Weiters können die Schüler in der Woche des Fernunterrichtes in sogenannten Lernwerkstätten mehrmals wöchentlich in die Schule kommen, um technische oder inhaltliche Schwierigkeiten zu klären.

Über Microsoft Teams und dem digitalen Register ist es möglich, Videokonferenzen, Chats, Besprechungen und Office Dokumente in Echtzeit auszutauschen. Durch die Anwendung von Office 365 ist es den beteiligten Akteuren möglich, kooperativ und zeitgleich an Dokumenten zu arbeiten. Für den asynchronen Unterricht wird hauptsächlich LearningView, Padlet und Conceptboard verwendet, wobei die Lehrpersonen da sehr kreativ sind und die vielen Möglichkeiten an digitalen Plattformen der Hilfsmittel nutzen. Trotz der Bemühungen und bei aller Kreativität kann ein Fernunterricht niemals den Präsenzunterricht ersetzen, wenngleich er auch seine Vorteile hat. So können die Schülerinnen und Schüler im eigenen Tempo arbeiten, sie lernen sich besser zu organisieren und selbstständiger zu arbeiten. Insgesamt kann ich sagen, dass der Fernunterricht uns alle gezwungen hat, Schule zu verändern und zu modernisieren, was höchst an der Zeit war und ich wünsche mir, dass dieser Prozess, auch wenn wir wieder zum Alltag zurückkehren, weiter geführt werden kann.“ 

Daniela di Pilla
Daniela di Pilla

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