Die Musikkapelle Kastelbell feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen.
Die Jungmusikanten (v.l.): Noah Kaserer (Schlagzeug) und David Müller (Posaune)
Seit 38 Jahren steht Christian Prister am Dirigentenpult der Musikkapelle Kastelbell.
Tanja Paulmichl hatte ihren ersten Auftritt als Moderatorin bei einem Festkonzert.

Klangvoller Auftakt ins Jubiläumsjahr

100 Jahre Musikkapelle Kastelbell

Publiziert in 12/13 / 2020 - Erschienen am 7. April 2020

Kastelbell - Mit einem gelungenen Festkonzert eröffnete die Musikkapelle Kastelbell am 15. Februar im Mehrzwecksaal in Schlums ihr Jubiläumsjahr. Die Kapelle wurde vor 100 Jahren gegründet und besteht derzeit aus 47 aktiven Musikantinnen und Musikanten (Marketenderinnen inbegriffen). Zahlreiche Musikliebhaber, Freunde und Angehörige der Musikanten/innen sind der Einladung gefolgt. Kapellmeister Christian Prister hatte zu diesem Anlass ein abwechslungsreiches und attraktives Programm ausgewählt, das den Musikanten einiges abverlangte.

Freude am Musizieren 

Passend zu ihrem Leitspruch überraschte die Musikkapelle das Publikum zu Beginn mit einem klangvollen musikalischen Feuerwerk unter dem Titel „Die Freude“ (aus Feuerwerkmusik) von Georg Friedrich Händel. „Die Freude“ (am Musizieren) ist das Motto für 2020. Danach folgte die anspruchsvolle Heimatland-Overtüre „Rodný Kraj“ von Jindrich Pravecek. Mit dieser klangvollen Komposition beschrieb er die Schönheit seiner böhmischen Heimat. Das folgende, mitreißende Stück „First Suite in Es“ des Komponisten Gustav Holst ist eines der ersten und auch wichtigsten Werke für die Besetzung des Blasorchesters. In diesem dreiteiligen Werk kamen auf die Zuhörer auf musikalische Weise majestätische Landschaftsbilder zu Gehör. Der darauffolgende Marsch „Mein Tirol“ von Michael Stern bezauberte das Publikum mit einem wunderschönen Trio.

Von der Tradition zur Moderne

Im zweiten Teil des Konzertabends wechselte die Musikkapelle mit der „Overture Jubiloso“ von Frank Erickson von der traditionellen Blasmusik in die Moderne. Diese in den 1970er Jahren entstandene Ouvertüre im typischen, amerikanischen Stil besticht durch seine rhythmische Beweglichkeit und seinen melodischen Faden, der sich durch jedes Register zieht. Mit modernen Klängen ging die Reise wieder zurück nach Europa. Der belgische Komponist Luc Gistel hat im Konzertstück „A Music Park“ angenehme Melodien mit frischen Rhythmen umgesetzt. Ein abwechslungsreiches Schlagzeugregister, in dem vor allem die Pauke eine wesentliche Rolle spielt, erteilt den teils langen Melodiebögen die nötige Würze. Danach entführten Kapellmeister Christian Prister und seine Musikanten die Gäste in den amerikanischen Staat „Virginia“. Komponist Jacob de Haan beleuchtet hier den Staat aus drei verschiedenen Blickwinkeln, die für Virginia von besonderer Bedeutung waren: die Kolonisation, die Sklaverei und der amerikanische Bürgerkrieg.

Begeistertes Publikum

Das Publikum war begeistert, lange anhaltender Applaus war der wohlverdiente Dank für die vielen Mühen und gelungenen Darbietungen. Ein abschließendes Highlight waren die beiden Zugaben „Happy Trombone“, bei dem die drei Posaunisten als Solisten glänzten, und der „Schönfeld-Marsch“. Dieser wurde mit einer Fotopräsentation aus den vergangenen 100 Jahren der Musikkapelle Kastelbell untermalt.

Zwei Preimieren

Bei diesem Konzert gab es zwei Premieren. Erstmals führte Tanja Paulmichl als charmante Moderatorin mit Erklärungen zu den einzelnen Kompositionen durch das Programm. Die zwei Jungmusikanten David Müller (Posaune) und Noah Kaserer (Schlagzeug) wirkten erstmals bei einem Festkonzert mit. Der Obmann der Musikkapelle Kastelbell, Horst Raffeiner, dankte den beiden für ihren Fleiß und wünschte ihnen viel Freude beim Musizieren. Bei einem guten Glas Wein und einer Brettlmarende ließen die Zuhörer den schönen und gelungenen Konzertabend ausklingen.

Oskar Telfser
Oskar Telfser

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