Nun kann dieser Autopilot des im April 1945 im Zieltal abgestürzten US Bombers im Schreibmaschinenmuseum in Partschins besichtigt werden.
Im Bild (v.l.): Museumsleiterin Maria Mayr, Chronistin Renate Schweitzer Gstrein, Hartmann Nischler, Martin Gstrein, Albert Gögele und Chronist Heini Frei.

Lebendige Geschichte

Autopilot eines US Bombers 75 Jahre nach Kriegsende dem Schreibmaschinenmuseum übergeben.

Publiziert in 32-33 / 2020 - Erschienen am 24. September 2020

Partschins - Altes bewahren und Spuren der Geschichte für die Nachwelt erhalten: das war schon immer eine Leidenschaft des Martin Gstrein, Jahrgang 1928, in Partschins, auch bekannt als der Pfaffegander Martl. So hat er nicht unwesentlich zum guten Gelingen der „Militärvitrine“ im Schreibmaschinenmuseum beigetragen, die neben dem Highlight der Chriffriermaschine Enigma auch einige Exponate des rührigen Partschinser Sammlers zeigt. Dazu gehören beispielsweise verschiedene, während des Krieges verwendete Funkgeräte samt Kopfhörer, ein Volksempfänger oder ein mittels Pedale angetriebenen Stromgenerators. In enger Zusammenarbeit mit dem Team der Partschinser Dorfchronisten, allen voran Heini Frei, wurde nun die Geschichte des im April 1945 im Zieltal oberhalb von Partschins abgestürzten amerikanischen Militärflugzeuges aufgearbeitet. Zahlreiches Material - darunter Landkarten und Besatzungsliste - fand Heini Frei vor kurzem im US-Militärarchiv, das anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Befreiung sein Online-Archiv 3 Tage kostenlos zugänglich machte. Der B-17G, ein mit 10 Mann bestückter Bomber, wurde in Sterzing von einer Flak getroffen, konnte anschließend noch Bomben auf Franzensfeste abwerfen und ist dann auf seinem Weg nach Meran, über das Passeiertal kommend Richtung Zieltal - nachdem die beiden letzten Männer der Besatzung dort abgesprungen waren - führerlos nahe dem Halsljoch, bei den Andelsböden am Fuße der Hohen Weisen (wo heute noch einige Flugzeugteile liegen) abgestürzt. Sehr bald wurden - sei es von der Passeirer Seite ausgehend als auch von der Partschinser Seite - verschiedene Teile des Flugzeugwracks abmontiert. Auch der junge, bereits damals sehr technikinteressierte Martin Gstrein begab sich an den Ort des Geschehens und suchte nach dem Autopiloten, den er nun dem Schreibmaschinenmuseum zur Verfügung stellt. Ihm sei es eine große Ehre, meinte er am 16. September bei der Übergabe des Objektes an Bürgermeister Albert Gögele und Kulturreferent Hartmann Nischler, dieses Stück Geschichte dem Museum zu übergeben und bedankte sich gleichzeitig beim scheidenden Bürgermeister für seine für das Dorf vollbrachten Leistungen, nicht ohne sein Bedauern über dessen Rückzug aus der Politik auszudrücken. Auch Bürgermeister Gögele bedankte sich bei Martin Gstrein für das Überlassen dieses interessanten historischen Objektes, mit dem nun ein Teil der Geschichte der Gemeinde Partschins öffentlich gemacht und das Museum um einen weiteren Aspekt bereichert wird.

Redaktion

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