Irene Maria Stecher und ihre Glurnser Detailansicht

Licht und Farbe fürs Museum

Publiziert in 23/24 / 2020 - Erschienen am 16. Juli 2020

Schluderns - Es war der farbige Einstieg von Anton Patscheider als Präsident des Museumvereins. Mit dem präsidialen Erstauftritt und zu den Klängen der Hakenharfe von Gernot Niederfriniger eröffnete er die bisher größte Einzelausstellung von Irene Maria Stecher aus Tschengls. Unter dem Titel „Berge und Landschaft“ hatte die Künstlerin mit 18 großformatigen Bildern in Acryl-Mischtechnik die lange Zwangspause im „Vuseum“ beendet. Überraschend viele Besucher staunten über Stechers souveränen Umgang mit Farbe und Licht und über die kleinformatigen, detailverliebten Landschaftsbildern in den Vitrinen. Damit die Bilder wirken und die Betrachter sich auf Stechers Kunst einlassen konnten, bemühte sich Helene Dietl Laganda um eine anspruchsvolle, analysierende Bewertung der Sicht- und Malweise von Irene Stecher. Sie verfüge über eine durchaus sensible Persönlichkeit, merkte Dietl Laganda an. Ihre Werke würden „von der naturalistischen Wiedergabe bis zur Abstraktion reichen und uns fordern“. Stecher zeige die Schöpfung in einer feinen, sensiblen Farbigkeit. Tatsächlich sind Berge bei Irene Stecher Träger und Vermittler. In ihrem Ringen gegen das allzu gegenwärtige Braun spielt die Künstlerin mit Farben und Licht. Sie schafft Strukturen durch Schlemmkreide oder mit Marmorsand und Binder. Dadurch entstehen Naturstimmungen, die sie „Winterlicht, Alpenglühen, Südlicht oder Herbstwind“ nennt. Gegenständlich wird sie durch eine Teilansicht von Stadtburg, Stadtmauer und Pfarrkirche in Glurns. Sie will historisches Mauerwerk präzise darzustellen, nimmt sich aber die Freiheit, die umgebende Landschaft auf ihre Weise zu gestalten. Dass Berge faszinieren und für jeden Menschen etwas anderes bedeuten, wird von unauffällig platzierten Objekten aus der historischen Wintersportsammlung von Luis Weger (Mals) dargestellt. Die Ausstellung im Vintschger Museum ist bis 30. September, von Dienstag bis Samstag von 14 bis 16 Uhr und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr zugänglich.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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