Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft zeichnen den Dirigenten Tristan Uth aus.
„Ich bewerte nicht den Menschen, sondern seine Ausführung als Instrumentalist.“ (Zitat Tristan Uth)

Musizieren auf höchstem Niveau

Tristan Uth dirigiert 70-köpfiges Bezirksblasorchester Schlanders.

Publiziert in 44 / 2018 - Erschienen am 18. Dezember 2018

Schlanders - Blasmusik auf einer besonderen Ebene bot das Bezirksblasorchester Schlanders Anfang Dezember im vollbesetzten Kulturhaus von Schlanders. Es ist bereits das sechste Mal, dass sich Mitglieder des VSM Bezirks Schlanders und einige des Nachbarbezirkes Meran im Dreijahresrhythmus zum Bezirksblasorchester formieren und an drei Probenwochenenden gemeinsam qualitätsvolle Blasmusik einstudieren. Das 70-köpfige Orchester wurde in diesem Jahr vom jungen deutschen Dirigenten Tristan Uth dirigiert. Neben seiner Tätigkeit als Orchesterdirigent der gängigsten Orchesterformen (Sinfonieorchester, Symphonisches Blasorchester und Brass Band) widmet er seine Aufmerksamkeit dem eigenen Erschaffen von Musik als Komponist. Bezirkskapellmeister Dietmar Rainer oblag die musikalische Organisation des Projektes wie die Auswahl des Gastdirigenten die Auswahl des Konzertprogramms gemeinsam mit dem Dirigenten, die Zusammenstellung der Besetzung usw. Nach der Begrüßung durch den VSM-Bezirksobmann Manfred Horrer eröffnete die sympathische Moderatorin Judith Leiter mit der Ankündigung des Werkes „Danse Funambulesque“ des belgischen Komponisten Jules Strens den Konzertabend. Jules Strens beschreibt in seinem Werk den Hochseiltanz und die damit verbundenen Gefühle in einem Menschen. Die Moderatorin lud die Zuhörer ein, mit dem Seiltänzer nach oben zu steigen und sich ohne schützendes Netz dem Trommelwirbel und den eigenen Gefühlen auszusetzen.

Kraftvoll und energiegeladen begann das Werk „Traveller“ des im letzten Jahr verstorbene US-amerikanische Komponist David Maslanka. Er war einer der größten und wichtigsten Blasorchesterkomponisten, der nicht nur für Blasorchester, sondern auch für andere Orchesterformen komponierte.  Maslanka beschreibt in „Traveller“ die Reise des Menschen vom irdischen Leben ins nächste Leben, unterbrochen von einschneidenden Erlebnissen, die zur Konsequenz einschneidende Veränderungen haben. So endete auch das Werk mit leisen Tönen. 

Hervorragende Leistungen

Hervorzuheben sind neben der hervorragenden musikalischen Leistung aller Mitglieder des Orchesters die wunderbaren Flöten- und Oboe-Soli. Das Musikstück „I Pini di Roma“ in vier Sätzen aus dem Jahre 1924 von Ottorino Respighi führte die Zuhörer nach Rom. Beschwingt im ersten Satz und wehmütig im zweiten Satz steigerte sich das Stück zu majestätischen Klängen eines Triumpfzuges und lässt den ehemaligen Ruhm der antiken Stadt erahnen. Den lang anhaltenden Applaus des Publikums belohnten Dirigent und Orchester mit dem
Florentinermarsch und einem von Tristan Uth selbst komponierten weihnachtlichen Choral, „Liebe und Vergebung“. Wenn es das größte Ziel des Dirigenten Tristan war, Musik als Einheitserfahrung für Ausführende und Publikum gleichermaßen erlebbar zu machen, dann ist ihm das zweifelsohne gelungen.

Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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