Erstmals fand im restaurierten Raum, der vom ehemaligen Obstmagazin in Schlanders übriggeblieben ist, eine öffentliche kulturelle Veranstaltung statt.
Ferruccio Delle Cave, Gottlieb Pomella und Matteo Bodini (v.l.)

Premiere mit Poesie und Musik

Publiziert in 32-33 / 2020 - Erschienen am 24. September 2020

Schlanders - Vom ehemaligen Obstmagazin in der Hauptstraße in Schlanders ist ein schöner Raum übriggeblieben, der restauriert wurde und den Gertrud Wellzohn als Ort für kreatives und künstlerisches Schaffen nutzt und den sie vor allem Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellt. Aber auch als Veranstaltungsort soll er genutzt werden. Dass sich der Raum aufgrund seiner besonderen Atmosphäre dafür bestens eignet, zeigte sich am 18. September bei der ersten öffentlichen Veranstaltung. Für die kleine Premiere hatte Gertrud Wellenzohn zu einem Poesieabend mit Musik eingeladen. Es war der aus Kurtatsch stammende Gottlieb Pomella, ehemals Lehrer und Schulleiter in Bozen, der aus seinem ersten Lyrikband „An Land gespült. Poesie“ las. Dominikus Andergassen vom „Edizioni alphabeta Verlag“, in dem der Band erschienen ist, und Ferruccio Delle Cave, von dem die Einführung stammt, unterstrichen, dass Gedichtbände zwar keine „Verkaufsrenner“ seien, dass der Lyrik und dem Schreiben von Gedichten aber nach wie vor große Bedeutung zukomme, „speziell in Zeiten der totalen Verunsicherung und der grassierenden Digitalisierung“, wie Delle Cave meinte. Die Fotos im Lyrikband stammen von Gianni Bodini. Dessen Sohn Matteo begleitete die Lesung und die „poetischen Diskurse“ am Cello. „Die Liebe zur Sprache wurde mir, so wie die Liebe zur Musik, gleichsam in die Wiege gelegt“, sagte Pomella unlängst in einem Interview. Sein erster Lyrikband umfasst 94 Gedichte, „die Natur und Sprache in Bilder verdichten, gleichzeitig aber durchwegs von weltanschaulicher Kraft beseelt sind.“ Der Autor befasst sich u.a. mit Themen wie Migration. „Die Parameter, mit denen Gottlieb Pomella Natur in Sprache aufgehen lässt und sie dem rein menschlichen Tun entgegenhält, zeugen vom Versuch, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen Natur und Mensch, zwischen Sprache und Aussage, zwischen Betroffenheit und Gefühlshaushalt“, schreibt Ferruccio Delle Cave. 

Josef Laner
Josef Laner

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