Alt-Bürgermeister Walter Weiss, der „jüngere Alt-Bürgermeister“ Andreas Heidegger und Moderatorin Astrid Pichler (v.l.) eröffneten das Jubiläum.
Mitarbeiterin Tanja Flarer, Vizebürgermeister Michael Ganthaler mit Herbert Spöttl und Frau Martha im Gemeindetrakt (v.l.)
Karl Pircher hatte zusammen mit Maria Gapp eine interessante Festschrift gestaltet und verfasst.
Ein Wahrzeichen in Naturns ist die Sonnenuhr am Rathausturm
Karl Pircher hatte zusammen mit Maria Gapp eine interessante Festschrift gestaltet und verfasst.

Seit 40 Jahren 365 Tage offene Tür

Offene Tür lautete das Motto des Jubiläumstages „40 Jahre Bürger- und Rathaus Naturns“. 

Publiziert in 36 / 2020 - Erschienen am 20. Oktober 2020

Naturns - Es waren wieder heitere Stunden, die die Sonnenuhr am Rathausturm zu zählen hatte. Seit 1979 zählt sie „ausschließlich heitere Stunden“. Sie fällt besonders auf am Haus, das seit 40 Jahren „im Mittelpunkt der Gemeinde“ Naturns steht. Um dies wieder einmal bewusst zu machen, bot man nicht wie üblich einen „Tag der offenen Tür“, sondern machte mit einer kleinen Feier und einem bemerkenswerten Buch auf „die offene Tür“ aufmerksam. Alle Festredner – von Andreas Heidegger, Präsident der „Naturns Kultur und Freizeit GmbH“, Astrid Pichler, seiner Stellvertreterin, Karl Pircher als Autor und Koordinator der Festschrift bis Walter Weiss, Bürgermeister im Jahre 1979 – blickten mit Stolz und Begeisterung auf das Bürger- und Rathaus. Andreas Heidegger sprach von einer „kulturellen Drehscheibe“ und einer „zeitlos gelungenen Struktur“ nach Plänen von Architekt Hermann Delugan. Er entschuldigte Neu-Bürgermeister Zeno Christanell, der von 2008 bis 2011 Verwaltungsratspräsident der Naturns und Freizeit GmbH war. Festredner Walter Weiss führte weit ausholend und „emotional geladen“ (O-Ton) durch das Entstehen des Großprojektes. Auf dem Flora-Anger habe sich „das arme Naturns zur strukturstärksten Gemeinde des Tales entwickeln“ können. Alt-Bürgermeister Weiss schöpfte aus dem Vollen und gab eine Episode nach der anderen zum Besten – so vom Mühlstein aus Tabland, der als Grundstein verwendet wurde und den die Gegner schon am Hals der Befürworter hängen sahen. Weiss erinnerte an seinen damaligen Bauassessor Hermann Christanell, der den Handwerkern erst zeigen musste, wie man einen Parkett-Boden zu verlegen habe. Entsetzt sei man „beim Land“ gewesen, dass man ohne Geld 23.000 Kubikmeter verbauen wolle. Nur sich mit dem Mundwerk zu beteiligen, reiche eben nicht, die Geldtasche wäre gefragt, soll er den Naturnsern gesagt haben. Die gesamte Geschichte und ihre Hintergründe sowie alle verdienstvollen Persönlichkeiten hatte Karl Pircher auf 75 Seiten in einer reich bebilderten Broschüre mit Gastbeiträgen zusammengefasst und gewürdigt. Die Feier endete mit der Einladung von Astrid Pichler, Obfrau des Bildungsausschusses, die „einmalige Kombination von Bürger- und Rathaus“ zu erkunden. Neben den Gemeindeämtern können die Sitze und Anlagen von einem Dutzend Naturnser Vereine besichtigt werden. Sie lud die Besucher, Frauen und Männer, ein, nach dem Motto des Bildungsausschusses „Drhuam in Naturns“ ihre Interessen und Vorlieben an einer Tafel als Impulse für kommende Projekte anzukreuzen.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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