Gruppenbild der bestens geschützten MGV-Truppe und weiterer Mitarbeiter.
„Verdammt, ich impf dich, ich impf dich nicht ...“
Das Revue-Team bei der Eröffnung der Online-Revue, die zum Teil im Gasthof „Schupferwirt“ gedreht wurde.
Der MGV Schlanders ließ sich nicht unterkriegen und überraschte das Publikum mit einer Online-Revue.

Virtueller Fasching

Publiziert in 5-6 / 2021 - Erschienen am 18. Februar 2021

Schlanders/Vinschgau - Tausende große und kleine Faschingsnarren tummelten sich am Faschingssamstag vor einem Jahr in der Fußgängerzone in Schlanders. Heuer war alles anders, und zwar nicht nur in Schlanders. Maskiert waren heuer zwar mehr oder weniger alle, aber nicht so, wie sie es sich gewünscht hätten. Mund- und Nasenschutzmasken lassen eben keine Faschingsstimmung aufkommen. Völlig unterkriegen konnte das Coranavirus das närrische Treiben aber dennoch nicht. Einiges von dem, was sich in normalen Zeiten auf Plätzen, in Straßen und Kulturhäusern abspielt, wurde in die virtuelle Welt ausgelagert. In Prad zum Beispiel, wo die Faschingsbräuche seit jeher besonders hochgehalten werden, stellte die Gemeinde ein Video von Gilbert Stillebacher und Peter Grutsch aus Stilfs ins Netz, sodass man zumindest virtuell in die „Proder Fosnocht“ eintauchen konnte. Gänzlich ausgeblieben ist das reale Treiben aber dennoch nicht, was auch zu einiger Kritik führte und am Unsinnigen Donnerstag sogar zu empfindlichen Strafen wegen der Nichteinhaltung der Corona-Regeln. Dem Virus zum Opfer gefallen sind auch die „Lootscher Fosnocht“, der große Umzug, der heuer in Laas hätte stattfinden sollen und viele weitere Umzüge und Veranstaltungen im Tal.

„Coronatamische Zeiten“

In die „virtuelle Welt“ ausgelagert hat das Revue-Team des MGV Schlanders auch die Revue 2021. Die Jubiläumsausgabe „25 Jahre MGV Revue im Kulturhaus in Schlanders“ konnte leider nicht in Präsenz über die Bühne gehen. Das Revue-Team gab sich aber nicht geschlagen und erarbeitete trotz der „coronatamischen Zeiten“ unter dem Motto „Totgesagte leben länger“ eine Online-Auflage. Das Online-Publikum wurde in die Zukunft katapultiert, genauer gesagt in das Jahr 2084. Erst nach längerem Stöbern in alten Schriftstücken erfahren die Darsteller, wie es einst war, als es in Schlanders vor der Corona-Zeit noch Bars und Hotels gab, als man noch singen und lachen durfte. Es war damals sogar erlaubt, in der Öffentlichkeit etwas zu trinken, einander zu berühren und Sex zu haben. Als dann aber vor über 60 Jahre das Coronavirus und später die Mutationen auftauchten, war es mit allem Spaß vorbei. Die Wende kam erst mit dem russischen Impfstoff „Spuknet 70“. Auch mit „passenden“ neuen Liedern wurde das Publikum überrascht, so etwa mit dem „Coronajammer“ oder dem Song „Verdammt, ich impf dich, ich impf dich nicht ...“. Aber auch in die glückliche Zeit vor Corona wurde das Online-Publikum entführt, und zwar mit filmischen Auszügen besonders gelungener Revue-Auflagen der vergangenen Jahre. Vorbereitet hatte die außergewöhnliche MGV-Revue 2021 das Revue-Team mit Franz Steiner, Michael Strobl, Simon Tappeiner und Ivan Runggatscher. Die musikalische Leitung hat Sibylle Pichler übernommen, Robert Grüner verfasste die Texte der Lieder. Den Schnitt und die digitale Aufbereitung übernahm Patrick Strobl. Alle Sänger und Schauspieler waren im Vorfeld „getestet, gechipt und geimpft worden“ und waren somit „stubenrein“. Der MGV Schlanders hofft, das Publikum im nächsten Jahr wieder persönlich, live, echt und in Farbe beim Ball mit Revue begrüßen zu dürfen.

Josef Laner
Josef Laner

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