Heimatpfleger in Marienberg: (v.l.) Benjamin Santer, Karl Sagmeister, Sepp Vieider, Roland Angerer, Daniela Donolato Wiedenhofer, Toni Puner, Claudia Plaickner, Franz Fliri und Roland Peer

Vom Kloster zum Bunker

Heimatpfleger zwischen Geistesgeschichte und Kriegsarchitektur

Publiziert in 29 / 2020 - Erschienen am 1. September 2020

Marienberg/Reschen - Bezirksobmann Franz Fliri, Naturns, hat es wieder getan. Zum 2. Mal hat er Vorstandsmitglieder und Ortsvertreter des Heimatpflegeverbandes Südtirol zu historischen und kulturellen Besonderheiten im Vinschgau geführt. Neben Obfrau Claudia Plaickner aus Olang, ihrem Stellvertreter Sepp Vieider aus Meran, Verbandssekretärin Daniela Donolato Wiedenhofer und dem Wipptaler Bezirksobmann Toni Puner gehörten Benjamin Santer aus Schnals, Karl Sagmeister aus Glurns, Roland Angerer aus Stilfs und Roland Peer aus Burgeis zur Delegation des Jahres 2020. Im Jahr zuvor hatten die Heimatpfleger Kontakt mit einem „harten Stück Vinschgau“ aufgenommen. Sie wurden durch den Weißwasserbruch in Laas geführt. Die 2. Vinschgau-Tour begann in Marienberg, im höchstgelegenen Benediktinerstift Europas. Abt Markus Spanier empfing die Gruppe, die zuerst im ehemaligen Wirtschaftstrakt, der zum Museum wurde, eine Ausstellung besuchte und als Höhepunkt durch Abt Markus persönlich durch die Bibliothek geführt wurde. Das „geistige Kraftzentrum“ ist unterirdisch, unter dem „Herrengarten“, in einer zweigeschossigen Anlage entstanden und enthält auf 1.000 Quadratmetern 135.000 Bücher. Obfrau Claudia Plaickner meinte dazu: „Das ist schon sehr beeindruckend, wie durch den modernen Umbau der Eindruck einer historischen Bibliothek bewahrt blieb.“ Nach einem Erinnerungsbild vor der „Medienwand“ im Klosterhof mit dem Spruch „Ein Kloster ohne Bücherkasten, ist wie eine Burg ohne Rüstkammer“ zogen die Heimatpfleger Richtung Reschenpass weiter. Auf dem Programm stand der Besuch mit Führung des „Bunkers 20“, ein Relikt des „Alpenwalls“. Benito Mussolini hatte den „Vallo Alpino“ in den frühen 1930er-Jahren zum Schutz vor seinem späteren Bundesgenossen Adolf Hitler errichten lassen. Die Betreuung und Führung im Bunker und zur Etsch-Quelle hatte als ausgewiesener Experte Grundschullehrer i.R. Ludwig Schöpf übernommen. Er ging auch auf die Panzersperren von Plamort ein. Jetzt schon sind die Heimatpfleger auf den nächstjährigen Besuchsvorschlag von Franz Fliri gespannt. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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