Die zukünftige Baustelle an der Hauptstraße: von links der Plantitscherhof mit angebauter Terrasse, dahinter das Kondominium Naturns Residence, das Herrenanger-Haus und vorne rechts das Schnarf-Haus, durch einen Treppenaufgang mit dem Haus Alber verbunden.

„Bevor wir uns einen Anwalt nehmen…“

Publiziert in 4 / 2010 - Erschienen am 3. Februar 2010
Naturns – Fragestunde für die Zuhörer nennt sich eine Einrichtung der Naturnser Verwalter; dabei können sich Bürger während einer Gemeinderatssitzung direkt an die Referenten wenden. Bei der Sitzung am 24. Jänner waren es Vertreter von drei Familien aus dem Kondominium „Naturns Residence“, die vorstellig wurden und um Aufklärung über ein Neubauprojekt zwischen Hauptstraße und ihrem Kondominium ersuchten. Zu Bautenreferent Hans Unterthurner gewandt, eröffnete Marlene Preims: „Bevor wir uns einen Anwalt nehmen, aber den werden wir ohnehin brauchen…“ Für den Neubau werden das Herrenanger-Haus, der Plantitscherhof und das Schnarf-Haus abgebrochen. Der geplante Neubau soll „zwei Stockwerke in die Tiefe gebaut werden und das in einer sensiblen Zone“, wie Alfred Preims dem Gemeinderat vortrug. Für die Entsorgung von Abbruchmaterial aus rund 6.000 Kubikmetern Wohnkubatur und den Abtransport von 8.500 Kubikmetern an Aushubmaterial schätzte er an die 1.500 LKW-Fahrten ins und aus dem Dorfzentrum. Noch mehr Sorgen als Staub und Lärm über Monate machen den Anwohnern aber die zu erwartenden Erschütterungen durch Anbringen von Stahlstützen und das einfließende Grundwasser. Die Baugrube müsse ja abgesichert werden und die „Piloten“ müssten hart an den Mauern des Kondominiums und eines weiteren Hauses versenkt werden. Das Grundwasser würde die mehr als sieben Meter tiefe Baugrube sofort füllen, ist Alfred Preims überzeugt und erinnerte an den Bau des Kondominiums im März 1993, als das Wasser eineinhalb Meter hoch stand und die Grube wie eine Wanne abgedichtet werden musste. Falls aus dieser extrem tiefen Grube größere Wassermengen abgepumpt werden, - gaben sich die Anwohner besorgt - würde Material nachrutschen und unweigerlich die Stabilität der umliegenden Gebäude in Frage stellen. Zwar scheint die Baufirma demnächst Probebohrungen durchführen zu wollen, aber Alfred Preims fragte sich: „Wie kann ein Gutachten jetzt die Bewegung des Grundwassers oder des Sickerwassers aus dem Kirchbach im Laufe der Jahreszeiten vorwegnehmen?“ In seiner Stellungnahme gab Referent Unterthurner zu verstehen, dass die urbanistische Genehmigung gemäß Auflagen in der A-Zone gegeben würde. Auftauchende technische Probleme müsse aber der Bauträger mit den Nachbarn lösen. Grundsätzlich sei das eigene Haus fotografisch zu dokumentieren, um Schäden im nach­hinein beklagen zu können.
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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