Ein Blick auf die neue Sortieranlage mit 10 Sortierspuren, 66 Kanälen und 5 Wiederfüllern.

Die MIVOR setzt neue Akzente

Publiziert in 14 / 2011 - Erschienen am 13. April 2011
Latsch – Die neue, hochmoderne Sortieranlage der Marke Greefa (Modell GeoSort) ist das Herzstück der Obstgenossenschaft MIVOR in Latsch. Am 2. April hatten die 420 MIVOR-Mitglieder und deren Familienangehörige die Möglichkeit, die neue Anlage im Rahmen eines Tages der offenen Tür zu besichtigen und sich vom Vorstand und den Führungskräften der Genossenschaft in die tech­nischen Details einführen zu lassen. Die neue Anlage ersetzt zwei Sortieranlagen aus dem Jahr 1999, die abgenützt waren und von der Technik her nicht mehr den heute notwendigen Standards entsprachen. Mit 10 Sortierspuren, 66 Kanälen und 5 Wiederfüllern ist die neue Anlage imstande, pro Stunde 85 Großkisten von Golden ­Delicious zu je ca. 300 kg zu sortieren. Bei roten Sorten liegt die Stundenleistung sogar bei 105 Großkisten. Die Anlage läuft im Zwei-Schichtbetrieb, und zwar zwischen 200 und 220 Tagen im Jahr. Dies lässt erahnen, welche Mengen an Äpfeln es in der ­MIVOR zu lagern, sortieren und verpacken gilt. Vor allem die Rekordernten der Jahre 2008 (79.000 Tonnen bzw. 7.900 ­Waggon) und 2009 (89.600 Tonnen bzw. 8.960 Waggon) stellten die Genossenschaft vor große ­Herausforderungen. Im Vorjahr haben die MIVOR-Mitglieder 7.570 Waggon Äpfel, die auf ­einer Gesamtfläche von 1.120 Hektar gewachsen sind, zu ihrer Genossenschaft gebracht. „Die Rekordernten fielen genau in die Zeit unmittelbar nach der Fusion, als bauliche und auch technische Erneuerungen anstanden,“ resümiert MIVOR-Obmann Thomas Oberhofer. Hand in Hand mit der im ­November 2007 erfolgten Fusion­ zwischen den Obstgenossenschaften MIVO (gegründet 1954) und ORTLER (gegründet 1960) entstand die größte Obstgenossenschaft Südtirols, nämlich die „Obstgenossenschaft MIVO-ORTLER landwirtschaftliche Gesellschaft“, in Kurzform MIVOR. In der MIVOR werden zusätzlich die Bio-Äpfel des Vinschgaus verpackt, sodass pro Jahr insgesamt an die 10.000 Waggon zu „verarbeiten“ sind. Als einschneidendste Neuheit der neuen Sortieranlage nennt Geschäftsführer Martin Pinzger die Einsparung von Raum im Bereich zwischen den Sortierspuren und den Kanälen: „Bei anderen Anlagen sind hier oft weit über 10 Meter lange ­Wasserspuren zu sehen. Hier bei uns funktioniert es jetzt auf sehr engem Raum.“ Die Anlage entspricht bis ins kleinste Detail dem neuesten Stand der Sortier- und Sicherheitstechnik, auch im Bereich der Software. Die verwendeten Materialien - es handelt sich überwiegend um Inox - sollen mindestens 15 Jahre einwandfrei halten. Zu den vielen Finessen gehört unter anderem das Fotografieren jeder einzelnen Kiste. Außerdem soll in ­einer Testphase über einen Computer (Lichtstrahl) der Zuckergehalt jedes Apfels festgestellt werden. Zusätzlich zum Einbau der Sortieranlage waren auch begleitende Investitionen notwendig: die Anpassung der alten Sortierhalle, die Erweiterung der bestehenden Kistenwaschanlage und der Einbau einer Filteranlage zur Aufbereitung des Prozesswassers. Die Gesamt­investitionen beliefen sich auf insgesamt ca. 4,6 Millionen Euro. „Unser Hauptziel, eine einzige effiziente Anlage mit maximaler Ausnutzung und Ausstattung zu schaffen, haben wir erreicht“, freut sich der Obmann im Namen des Vorstandes. Erstes Hochregallager in der Vinschger Obstwirtschaft Neuland in der Obstwirtschaft im Vinschgau betritt die MIVOR nun auch mit dem Bau eines Hochregallagers. Dieses neuartige, vollautomatische ­Lager soll bereits bis zum Herbst fertiggestellt sein. Bis zu 18.000 (!) Großkisten an bereits sortierten Äpfeln sollen im 27 Meter hohen, 25 Meter breiten und 80 Meter langen Lager für einen Zeitraum von 1 bis 30 Tagen zwischengelagert werden können. Das vollautomatische Hochregallager wird von der Firma LTW in Vorarlberg errichtet und technisch ausge­stattet. Die LTW Intralogistics GmbH ist ein Unternehmen der Doppelmayr-Gruppe. Für das Lager sind Ausgaben von ca. 7 Millionen Euro vorgesehen. Die MIVOR ist übrigens auch ein bedeutender Arbeitgeber. Die Gesamtzahl der Mitarbeiter (Angestellte, Fixarbeiter und Saisonkräfte) beläuft sich auf rund 160.
Josef Laner
Josef Laner

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