Aufgeteilt in Arbeitsgruppen setzten sich die Tartscher mit Stärken und Schwächen ihres Dorfes auseinander.

Die Verkehrsbelastung ist das größte Problem

Publiziert in 4 / 2010 - Erschienen am 3. Februar 2010
Tartsch – Was ist gut? Wo gibt es Probleme? Wie könnten ­diese gelöst werden? Rund 50 Bürgerinnen und Bürger aus Tartsch haben sich am 27. Jänner in der Turnhalle in Tartsch mit diesen drei Fragen auseinandergesetzt. Aufgeteilt in Arbeitsgruppen machten sie sich Gedanken darüber, in welchen Bereichen das Dorf Tartsch Stärken aufweist, wo es ­Schwächen gibt und wie diese behoben werden könnten. Nach Mals, Schlinig und Laatsch war Tartsch der vierte Etappenort im Zuge des Projektes „Zukunftswerkstatt Marktgemeinde Mals.“ In ­allen Fraktionen sind Bürgerversammlungen geplant. Wie der Projektbegleiter Bernd Karner (Büro für Sozialforschung ­Chiron in ­Bozen) erklärte, bilden die in den Bürgerversammlungen aufgezeigten Stärken, Probleme und Lösungsvorschläge die Grundlage für eine Fragebogenaktion im Hauptort und in allen Fraktionen. Die Fragebögen werden dann wissenschaftlich ausgewertet und die Ergebnisse erneut auf Bürgerversammlungen vorgestellt. Die Ergebnisse sollen für die Gemeindeverwalter als Richtlinien ihrer künftigen Tätigkeit dienen. Zu den wichtigsten Stärken der rund 450 Einwohner ­zählenden Fraktion Tartsch gehören: der Tartscher „Bichl“ als Naherholungszone, die gute verkehrstechnische Anbindung (Citybus, Gehsteig nach Mals, Wegverbindung, Busverbindung), das Geschäft im Dorf, die Schule, das Mehrzweckgebäude, der neue Dorfplatz, die Geschwindigkeitsbegrenzung, die Sportstätten, Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturen, viel Bausubstanz im Altdorf (leider zum Teil leer stehend), die Waale und Wanderwege, das Vereinsleben sowie weitere Stärken. Als das mit Abstand größte Problem kristallisierte sich die enorme Verkehrsbelastung mit allen ihren negativen Auswirkungen heraus, wie etwa die Zweiteilung des Dorfes. Der starke Durchzugsverkehr schränke die Lebensqualität im Dorf beträchtlich ein. Als Lösung wurde der Bau der Nord-Umfahrung genannt. Bürgermeister Ulrich Veith sagte, dass die Gemeinde alle urbanistischen Voraus­setzungen geschaffen hat: „Die Nord-Umfahrung ist im Bauleitplan eingetragen. Jetzt geht es darum, dass wir möglichst alle gemeinsam Druck machen, damit die Umfahrung möglichst schnell gebaut wird.“ Die Liste weiterer Probleme und Anliegen der Tartscher Bevölkerung ist lang. Hier eine Auswahl: fast kein Tourismus, kein Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit, kaum Handel, kein Jugendraum, zu wenig öffentliche Parkplätze, teils mangelnde Beleuchtung, Hundekot, keine Regelung für die Bewässerung der Privatgärten mit Beregnungswasser, teils fehlende Bereitschaft, in Vereinen­ mitzuarbeiten. Aber auch Verbesserungsvorschläge wurden genannt: touristische und kulturelle Aufwertung bzw. bessere Nutzung des „Bichls“ (Vorschläge: Hochseilgarten, historischer Rundwanderweg), Eisenbahn-Unterquerung der Wegverbindung Richtung Glurns, eine 2. Citybus-Haltestelle, Mindestabstand zwischen Obstanlagen und Häusern, bessere Instandsetzung des Unterwaalweges, Verlegung des gefährlichen 1. Zebrastreifens in Richtung Mals, mehr Toleranz und Verständnis zwischen Landwirten und anderen Bevölkerungsschichten, Bevorzugung lokaler landwirtschaftlicher Produkte.
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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