Ein Dorf heißt nicht nur Wohnen
Publiziert in 28 / 2010 - Erschienen am 21. Juli 2010
Ganz spontan fallen mir folgende Gedanken ein, am Tag nach der anspruchsvollen und interessanten Podiumsdiskussion in Mals zum Thema „Die Zukunft der alten Bausubstanz“.
Es wurde sehr viel geredet, sehr gut informiert, mal ganz wissenschaftlich, mal ganz einfach.
Besonders beeindruckend waren einige Aussagen des Grödner Thomas Demetz, Dozent an der Universität Trient. Er beleuchtete vor allem den sozial-gesellschaftlichen Aspekt eines Dorfes, einer Gemeinschaft und rief stark dazu auf, wieder das Gemeinsame, das Gemeinschaftliche zu suchen, zu finden und zu leben.
So merkte er zum Beispiel an, dass ein Dorf nicht nur mit Wohnen in Zusammenhang gebracht werden soll, nein, es ist viel mehr als das: Ein Dorf heißt auch Zusammenwohnen und es regt Verbindungen an, Verbindungen von Menschen.
Dies, um zu beleuchten, dass die Dorfkerne wichtig sind, damit es nicht zu Zersiedelungen kommt, zu Entfremdungen von Leuten, von denen im Dorf und von jenen in den Zonen, so in etwa. In der heutigen Zeit, wo der Egoismus anwächst, die Ellbogenpolitik den Vorrang hat, sind diese Überlegungen von Demetz doch altmodisch oder etwa nicht?
Nein, sie sind top-aktuell, sie sind „in“, um es ganz modern auszudrücken, denn darauf kommt es an, auf das Gemeinsame, auf das Zusammenwohnen, auf den Respekt, auf die Achtsamkeit, auf das Miteinander. Und wo gelingt ein derartiges Aufeinander-Treffen, das Einander-Begegnen am besten? Eben im Dorfkern.
Das gilt auch für Mals. Unser wunderschönes Dorf mit viel Kultur und mit so bedeutender Geschichte soll doch verstärkt eine Stätte der Begegnung und des Miteinander werden. Damit diese Entwicklung gefördert werden kann, braucht es jeden von uns. Denn, es geht nur gemeinsam.
Daniela di Pilla Stocker
Daniela di Pilla