Richard Hirschberger mit einer seiner Krippenlandschaften.

Ein Keller voller Schätze

Publiziert in 44 / 2011 - Erschienen am 7. Dezember 2011
Schleis - Das kann der Besucher im Hause von Richard ­Hirschberger in Schleis finden. Wunderbare Krippen verschiedenster Art, von der einfachen Volks­krippe über Kastenkrippen, Fasslkrippen und Vasenkrippen bis zu gigantischen Krippenlandschaften, die ganze Räume füllen und die Krippenleidenschaft ihres Erbauers ein­drücklich vermitteln. Richard Hirschberger stellt seine Krippen vom 8. bis zum 11. Dezember beim Glurnser Advent aus und am 18. Dezember im Vintschger Museum in Schluderns. Wir haben mit ihm über seine Leidenschaft gesprochen. „Der Vinschger“: Herr Hirschberger, warum sind so viele Menschen von den Weihnachtskrippen begeistert? Richard Hirschberger: Viele sagen, dass es der Kinder wegen ist, wenn Weihnachtskrippen gekauft oder aufgestellt werden. Auch für Erwachsene ist der Christbaum an Weihnachten ­allein oft zu wenig. Wie sehen Sie die religiöse Bedeutung der Krippe? Es ist eine konkrete Weitergabe, eine bildliche Darstellung der Weihnachtsbotschaft. Man kennt Volkskrippen und Kunstkrippen. Wie sehen Sie die Unterschiede? Ich habe einmal in Meran bei einem Kunstwettbewerb mitgemacht. Das Thema war: Krippen zur heutigen Zeit. Ich habe den Grauner Kirchturm gemacht und daneben moderne Hütten mit Glasdach, Stahlfiguren und Berge aus rostigem Blech. Aber da bin ich total daneben gelegen. Wieso? Die Leute sind in eine extreme Kunst hinein gegangen. Die erste, die gewonnen hat, hat Wolkenkratzer aus Papier gemacht und mittendrin ist das Jesuskindl gelegen. Ein anderer hat eine Betonbrücke gemacht, wie bei der Autobahn und darunter haben sie das Jesuskind hineingelegt. Eine Arbeit war eine normale Schuhschachtel und da saß ein Mensch auf einem Stuhl in der Ecke, die hat den dritten Preis gewonnen. Für sie war das Kunst, für mich war das gar nichts. Gibt es eine Krippe, die Sie nicht hergeben möchten? Ich gebe alle Krippen nicht gerne her; weil man arbeitet lange daran, man sieht sie immer und hat Freude daran. Eigentlich will man die Krippe behalten. Ich mache halt ein Foto davon, denn alle Krippen kann ich nicht behalten. Welche Krippen kann man bei den Ausstellungen in Glurns und Schluderns sehen? Alle Krippen, die ich habe, bis auf eine, die ich im Heizraum eingebaut habe. Ich habe schon viel herumgefragt, ob ich nicht irgendwo einen Keller bekommen könnte, wo ich diese riesigen Krippen einbauen könnte, habe aber bisher noch nichts gefunden. Ich würde auch gerne ein Krippenmuseum machen, wo meine Krippen fix bleiben könnten, weil durch das Herumplündern viel kaputt geht. Wie lange arbeiten Sie an einer Krippe? Ich bin fast das ganze Jahr mit meinen Krippen beschäftigt. Wo kann man das Krippen­bauen lernen? Auch dafür würde ich einen Raum suchen, weil es bei mir im Keller zu klein ist, da kann ich höchstens zwei, drei Leute nehmen. Man könnte in einem größeren Raum auch Kinder beschäftigen und für das Krippenbauen gewinnen. Interview: Friedrich Haring
Friedrich Haring
Friedrich Haring
Vinschger Sonderausgabe

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