Der Verein „Freunde der Schrägbahn“ ist eine starke Gemeinschaft.

„Freunde der Schrägbahn“ haben viel vor

Publiziert in 8 / 2010 - Erschienen am 3. März 2010
Laas - Der Verein „Freunde der Schrägbahn“, der zurzeit 250 Mitglieder zählt, hat sich den Erhalt der Schrägbahn und der weiteren Marmortransportanlagen in Laas auf die Fahne geschrieben. „Wir sind kein weltbewegender Verein, ­kämpfen aber auf emotionaler Ebene für die Schrägbahn“, sagte der bisherige Vereins­vizepräsident Dietmar Spechtenhauser am 25. Februar auf der Vollversammlung im Josefshaus. Er konnte auf ein reges Tätigkeitsjahr zurückblicken, so unter anderem auf mehrere Publi­kationen. Heuer steht das Jubiläum „80 Jahre Schrägbahn“ an. Der Großteil der Initiativen 2010 steht daher im Zeichen dieses Jubiläums, kündigte das Ausschussmitglied Priska Lechner an. So wird es Ende August eine Festveranstaltung geben. Weiters werden historische Auf­nahmen über den Bau des weitum „einzigartigen Zeugnisses der Bremsbergtechnik“ gezeigt. Die Bilder stammen aus dem Archiv von Oskar Federspiel. Hunderte­ Arbeiter waren in den Jahren 1929 und 1930 mit dem Bau der Transportanlagen beschäftigt. Sigrid Zagler hat die alten Fotos geordnet, ­Recherchen zum Bau der Anlagen angestellt und eine Dia-Präsentation vorbereitet, die bei der Versammlung erstmals gezeigt wurde. Auch ein Gedicht von Sigrid Zagler („Die alte Dame“) wurde erstmals verlesen. Um die vielen Radfahrer auf die einmaligen Transportan­lagen aufmerksam zu machen, wird auf Initiative des Vereins in diesen Tagen eine Info-Säule am Radweg aufgestellt. Mitgetragen wird diese Ini­tiative vom Kuratorium für ­technische Kulturgüter. Die Lasa Marmo leistet eine beachtliche finanzielle Unterstützung.Ebenfalls in wenigen Wochen beginnen wird die Errichtung des Schrägbahnsteiges, der vom „Loch“ über den „Schofleger“ bis zum „Grat“, weiter zum „Knott“ unter dem „Wechsel“ und hinauf bis zum Bremsberg führt. Angelegt wird der Weg vom Nationalpark. Froh ist der Verein, dass er die Fraktionsverwaltung, die Lasa Marmo und die Gemeinde als Partner hinter sich weiß. „Was es für den Erhalt der Schrägbahn braucht, ist Zusammenhalt und gemeinsames Handeln“, sagte Fraktionspräsident Paul Tröger. Die Schrägbahn sei baufällig und müsse saniert werden. Das koste viel Geld. Bei einer Aussprache in Bozen habe Landeshauptmann Luis Durnwalder eine Anhebung des Landesbeitrages von 15 auf 25 Prozent in Aussicht gestellt, „allerdings nur, wenn die Schrägbahn von allen Bruchbetreibern in Laas und Göflan gemeinsam genutzt wird.“ Georg Lechner, der Geschäftsführer der Lasa Marmo, meinte, dass die Gespräche mit der Fraktion Göflan, der Gemeinde Schlanders und der Betreiberfirma des Göflaner Bruchs bisher nicht das gebracht hätten, „was wir uns gewünscht haben, aber die Gespräche gehen weiter.“ Während der Zeit der Sanierung der Seilbahn und der Schrägbahn werde der Marmor nicht über die Straße, sondern über provisorische Seilbahnen zu Tal gebracht. Auch Bürgermeister ­Andreas Tappeiner sieht in einer gemeinsamen Finanzierung, Sanierung und Nutzung der Transportanlagen seitens aller Bruchbetreiber die beste Lösung. Wie sich der Marmor im Marmordorf touristisch nutzen lässt, wird in einem Konzept aufgezeigt, das am 12. März um 20 Uhr im Josefshaus öffentlich vorgestellt wird. Walter Weiss, der Präsident der „Freunde der Eisenbahn“, lobte die Tätigkeit des Vereins: „Ihr müsst Geduld haben, beharrlich weiterkämpfen und das Feuer immer lodern lassen.“ Dem neu gewählten Ausschuss gehören Anton ­Perfler, ­Elisabeth Telser, Markus Riedl, Priska Lechner, Elmar ­Verdross, Johann Hauser und Dietmar Spechtenhauser an. Der bisherige Präsident Peter Unterholzner hat sich übrigens schon vor Monaten vom Verein verabschiedet. Er wanderte mit seiner Lebensgefährtin Barbara nach Deutschland aus, wo er in der Nähe von Nürnberg einen Reithof betreibt.
Josef Laner
Josef Laner

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